Sein übermüdetes Herz klopfte flatternd und schmerzhaft in seiner Brust. Er sah und hörte nichts, was um ihn vorging, vernahm nichts von den herzlichen Worten des Predigers und hob die schlaffe, herniederhängende Hand nicht, als man sie teilnehmend drücken wollte.
So schritt er wieder aus der Kirchhofspforte heraus und die Karosse der Eiks nahm ihn auf und führte ihn zurück in den verödeten Eichenborn.
Er saß bei Großtante Adelgunde und die Neunzigjährige klagte mit feinem, verstaubtem Stimmlein, daß der Herrgott sie vergessen habe und alle die Jungen vor ihr fort hole.
Er hörte es, aber er faßte nicht den Sinn ihrer Worte. Er hörte auch den Großvater sprechen und raten mit ernster, gütiger Stimme und sprach selbst zustimmende Worte.
Seine Koffer standen wieder gepackt und ein Auslandspaß war ausgefertigt.
Nach Paris würde er gehen, nach London und New York, er würde Holland und Belgien bereisen und alle Plätze besuchen, an denen Haus Eik von Eichen angesehen und berühmt war.
Aber er würde nicht die braune Tür wieder öffnen, die nahe, ganz nahe an seinem eigenen Zimmer lag, die Tür, hinter welcher das leere Bett stand und all die lieben Sachen lagen, die seine Mutter getragen.
Den Schlüssel zu dieser Tür barg er auf seiner Brust.
Der Vollmond stand am abendlichen Himmel und sah auf den rastlos Wandernden, der noch einmal im Parke von Eichenborn alle Plätzchen aufsuchte, die er als Kind geliebt.
Rastlos kamen und gingen die Gedanken.