Er hatte ja die Heimat nicht wieder verlassen wollen – – nun hatte seine Heimat ihn verlassen.

Drum ging er gern in die weite Welt.

In seiner wilden Verzweiflung hatte er nicht mehr an die offenkundige Abneigung der Schwarzhausener gedacht und auch ehe der tiefe Schmerz kam, hatte ihn seine Wahrnehmung nur stutzig, nicht grübeln gemacht.

Bertold war ja so jung, so gesund und so erfüllt von guten Gedanken für die Heimat, für Schwarzhausen und den Eichenborn.

Er würde den närrischen Leuten schon zeigen, daß er nicht nur jähzornig, sondern auch arbeitswütig war, und daß er gewissenhaft in seines Großvaters Fußstapfen treten wollte.

Das war gewesen. –

Waren es Jahre, die zwischen dem Tage seiner Ankunft und heute lagen? Heute grübelte er, heute wurden ihm die vielen, unbeantworteten »Warum« zu einer unerträglichen Pein.

Aber der Duft der Thüringer Tannen, die so dicht den Tempel der Geselligkeit umstanden, und welche Bertold immer wieder auf schmalem Wege umschritt, übte eine wunderbare Macht. Dieser Duft umfaßte den jungen Menschen weich und stark zugleich – wie Mutterarme.

Bertold lehnte seinen Kopf an die Rinde des nächststehenden Baumes und griff über sich in das Geäst, wie er als Knabe oft getan, um in kindischem Spiel zu fühlen, wie die spitzigen, braunen, welken Nadeln herunterfielen und sich in seinem dichten Haar versteckten.

Seitwärts von der Tanne auf dem weichen Erdboden wölbten sich zwei Hügel, ein großes und ein kleines Grab.