Wird er kommen?
Meister Joachims Gestalt löste sich jetzt aus der einen Gruppe und winkte abwehrend und lächelnd zurück.
»Versprechen kann ich gar nichts. Sie kennen doch den Malcroix. Der läßt sich weder in Krieg noch in Frieden etwas abnötigen, was er nicht selbst hergeben will, und ob er sich heute Ihnen gibt – –«
»Gehen Sie gleich jetzt zu ihm, Meister?« fragte ein blutjunges, blasses Bürschchen mit schwärmerischen Augen und blonder Künstlermähne.
»Ja, das tue ich. Aber ich weiß nicht, ob ich ihn treffe. Und weiß nicht, ob ich meinen ehemaligen Schüler dann nicht für mich behalte. – Kindskopf!!!« fuhr er gleich darauf den Frager an, dem wahrhaftig die Augen feucht wurden. »Närrisches Volk alle miteinander! Aber mir geht’s ja nicht um ein Haar besser. Herrgott, hat der Mensch gespielt! – – Guten Abend, meine Herrschaften!«
Man geleitete Meister Josef Joachim noch zur Tür und trat dann wieder zusammen, bildete neue Gruppen und behandelte doch nur das alte Thema: Bertold Malcroix und sein wunderbares Geigenspiel am heutigen Abend in der Singakademie.
Der Impresario ging mit lebhaften, kleinen Schritten von Gruppe zu Gruppe.
»Das war ein Erfolg!« Sein glatt rasiertes Gesicht glänzte und strahlte.
»Den halte ich noch fest – der darf mir nicht schon wieder ins Ausland, mag es nach ihm kabeln, so viel es will. Summen zahlt dies Amerika – – Aber dem Malcroix ist das einerlei – – ich halte ihn fest – –«
»Menschenkinder – ich hatte euch Berliner für viel nüchterner gehalten,« meinte jetzt halblaut ein dunkler, geistvoll aussehender Herr, der mit einem bekannten Berliner Maler allein an einem der Marmortischchen saß. »Ihr treibt ja Götzendienst mit diesem Malcroix.«