»Soll ich heute den ganzen Abend Element in einer Trockenbatterie spielen?« fragte der Gast kläglich. – »Was trinkt denn euer großer Geiger? Zu Beethoven und Bach paßt doch kein Himbeersaft?«

»Muß denn immer ges… trunken werden?«

Der Doktor seufzte. »Es wäre nichts für mich, nur am Busen der heiligen Cäcilie zu saugen, besonders da diese Dame älteren Semestern angehört, ich ziehe Pilsener vor – – –«

»Sie sind wohl nicht musikalisch, Doktor? – –«

»Ich weiß nicht. Als zweijähriger holder Knabe sollte ich in der Kindersymphonie von Haydn mitwirken, war aber noch nicht stubenrein und vergaß mich. Es war mein erstes und letztes Auftreten, aber ich getraue mich doch, das Gebet einer Jungfrau vom Radetzkymarsch zu unterscheiden.«

»Malcroix! Hurra! Malcroix! Evviva! Malcroix!«

Der Maler war, jegliche Gastfreundschaft schnöde vergessend, aufgesprungen und zur Tür geeilt, durch welche ein reckenhafter Hüne eintrat. Es entstand ein völliger Tumult.

»Malcroix, evviva! Malcroix willkommen! Malcroix hoch!«

»Sie sind verrückt – und alles ohne Alkohol,« murmelte der Doktor, der still an seinem Platze geblieben war.

Aber dann erhob er sich ebenfalls rasch und über sich selbst erstaunt, denn sein Malerfreund führte ihm den Helden des Abends zu.