»Ich kann mir nicht denken, daß ihm irgend eine Frau widerstehen könnte,« meinte der Doktor, »und doch sieht er so gar nicht aus, als läge ihm etwas daran, oder als hätte er sich vergeudet – vielleicht ist er irgendwo gebunden – – –«
Der Maler nickte.
»Man sagt es. Und ich selbst habe meine Beobachtungen gemacht. Er tritt in keiner Stadt Deutschlands auf, ohne irgend ein geheimnisvolles Landhaus in der Nähe zu mieten, wo er dann wohnt und auch hier hat er in einer Tiergartenvilla sein Domizil aufgeschlagen – nicht allein. Aber das geheimnisvolle Wesen, das ihn begleitet, ist dicht verschleiert und er selbst trägt es in den Wagen hinein und aus dem Wagen heraus. Er mietet eine versteckte Loge, wo es seinem Spiel lauschen kann und – –«
»Ist wahrscheinlich eifersüchtig wie ein Türke, und das Weib ist schön – – item, dieser Malcroix versteht’s. Wird er heute abend noch spielen?«
»Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nicht. Neulich kamen wir – es war in Amsterdam – ganz unverhofft zu so einem Genuß. Da stritt er sich mit einem Kritiker herum, wurde wütend, riß die Geige aus dem Kasten und überzeugte den Kerl mit der Tat, so daß dieser windelweich wurde.«
In diesem Augenblick trat eine kleine Stille im Saale ein, irgend jemand, der von draußen hereingekommen war, erzählte eine Geschichte, die sehr belacht wurde. Dann wurde die Unterhaltung wieder lebhaft und allgemein.
»Wo ist er denn?« hörte man Bertold Malcroix fragen.
»Immer noch vor der Tür.«
»Er soll hereinkommen.«
»Aber er ist sehr schmutzig.«