Malcroix winkte ungeduldig mit der Hand.
»Was ist denn los?« fragten einige neugierig, die nichts Genaues von dem Vorgang hören und sehen konnten.
»Nichts Besonderes,« war die Antwort. »Ein zerlumpter Bengel steht vor der Hoteltür und will durchaus den ›großen Malcroix‹ sehen. Er ist der Sohn eines verstorbenen Musikers, lebt bei fremden, harten Leuten und sieht jammervoll aus. Jetzt läßt ihn der Künstler holen.«
Man erhob sich von den Sitzen und spähte neugierig nach der Tür.
Nach einer Weile ging diese auf und ein ungefähr zwölfjähriger Junge kam hereingestolpert, – er war offenbar geblendet von dem vielen Licht. Seine Jacke war zerrissen und verknüllt, so als hätten viele grobe Hände ihn daran herumgeschüttelt, auch der Junge selbst sah aus, als sei er öfters mit Mutter Erde in allzu dichte, unsanfte Berührung gekommen. –
Bertold hob das Kinn des Knaben leicht in die Höhe und sah ihm in das zitternde, verweinte Gesicht.
»Nun, mein Junge, – du wolltest mich sehen? Ich bin Malcroix.«
Und der fremde Junge sah.
Nicht wie Neugierde blickt, die sich mit Verständnislosigkeit paart, es war auch nicht Liebe, mit der der blasse Knabe den großen Künstler betrachtete, es war wie Durst.
Durst nach etwas Hohem, Herrlichem, das nie bis heute in sein armes Leben getreten war.