»Was soll ich’s hehlen? Ja, sie rumort etwas. –«

Die Umstehenden merkten kaum das Flüstern der drei. –

Nun der Bann des Schweigens gebrochen, waren sie alle völlig bei dem seltenen Genuß, den sie eben gehabt. – Sie redeten und gestikulierten heftig, sie legten die Sonde der Kritik an einzelne Stellen, und gegensätzliche Meinungen prallten hart aneinander.

Als man den Künstler zum Schiedsrichter nehmen wollte, war er mit den beiden Getreuen verschwunden.

Die letzteren schritten durch die Nacht, glückselig wie zwei Kinder über den wunderbaren Verlauf des Konzertes in Berlin, und auch darüber, daß das Ausland wieder hinter ihnen lag. Sie hätten sich ja nie dazu entschließen können, ihren jungen Meister Bertold allein ziehen zu lassen, – aber die Heimat übte ihre uralte Macht, und die Heimat war auch den beiden nicht mehr nur Schwarzhausen, sondern Deutschland. Und morgen, – morgen wollten alle drei nach Bayreuth – sie wollten Parsifal hören, zum ersten oder zum wievielten Male, sie wußten es nie zu sagen.

Es war ihnen ein Gottesdienst, den sie nie versäumten, wenn er sich ihnen bot. –

Bertold Malcroix schritt durch den stillen Tiergarten, rasch und weit ausschreitend.

Es ging schon stark auf Mitternacht, aber er wußte, daß er in dem kleinen, verschwiegenen Gartenhaus immer willkommen war, und daß die einsame Bewohnerin noch weniger Schlaf brauchte, als er selbst.

Etwas Starkes, Seltsames bewegte ihn heute.

Nicht der Künstlerstolz über den brausenden Erfolg des Abends, auch nicht der Gedanke, daß er heute wieder das Steuer eines Lebensschiffleins geworden war, denn daß er Fritz Bach die Mittel zu einem ernsten Studium gewährte, stand bei ihm fest.