Und dann hielt der Hüne in den Armen ein feines, kleines, graues Persönchen und Tante Adelgundes verstaubtes Stimmlein schalt mit ihm.

»Du Langbleiber, du launischer Künstlerbub! Vergißt du mich ganz?«

Und als er besorgt nach ihrem Befinden fragte, wies sie ihn herrisch zurecht.

»Ich bin gesund, und ich will reisen. Bertold, wir müssen beide heim.«

Sie hielt ihm einen großen Brief hin und Bertold sah, wie ihre runzligen Hände zitterten. Und er selbst war blaß, nachdem er ihn gelesen; er mußte sich in einen der tiefen Sessel setzen.

Das alte, heisere Stimmlein schalt weiter.

»Gelt, das ist nun doch was anderes und Schwereres, sich zu entscheiden, wo deine Pflicht liegt, dummer Bub? Hier der Ruhm und die Welt, dort die verhaßte Arbeit.«

»Die Arbeit war mir nie verhaßt, Tante Adelgunde,« murmelte Bertold.

»Ach, – versteh mich doch recht, ich versteh’ dich ja auch. Hier liebt und vergöttert dich alles und in dem fernsten Auslandsnest bist du heimischer als in Schwarzhausen. Dort wartet schwere, verantwortungsvolle Arbeit auf dich und ein verbitterter Greis, der jetzt – – –«

Das verwitterte Stimmchen schlug um und Bertold trat zu dem uralten Dämchen und umarmte es zärtlich. »Wann mag der Schlaganfall gekommen sein, Tante Adelgunde?«