»Wenn deine Mutti wieder weint, dann leg ihr dies Bündelchen in den Schoß; gib acht, sie wird dann froh.« – –
Und Elfis Herzchen pochte in Erwartung, das graue Bündel wanderte aus dem Puppenwagen auf den alten Steintisch und berührte die gefalteten Hände der Ruhenden. Langsam und verträumt hob Frau Liselotte den blonden Kopf und kichernd schlüpfte Klein-Elfi, sich versteckend, hinter einen dichten Fliederbusch.
Von dort aus sah sie, daß Mutti gar nicht geweint, vielleicht nur ein wenig geschlafen hatte, aber nun lag der Trost doch einmal neben ihr und – – –
O was hatte Elfi da angerichtet!
Sie sah, wie das Bündel mit stürmischen Küssen bedeckt wurde, wieder und immer wieder, und die Mutti rief einen Namen dabei, den Elfi nicht verstand; was sie aber wohl verstand, war, daß Mutti nun weinte, – weinte, wie Elfi es nie gesehen, herzbrechend und bitterlich. –
Also hatte der Herr vom Eichenborn unrecht gehabt und sehr, sehr bös gehandelt, daß er der Mutti solchen Kummer mit dem greulichen Bündel verursachte, und Elfi war sofort entschlossen, es ihm zu sagen, gleich jetzt – sofort.
Die flinken Beinchen legten den kurzen Weg unglaublich rasch zurück und Bertold von Eik war sehr erstaunt, seine kleine, neue Freundin sobald schon wieder zu sehen. Der Plaudermund Elfis strömte über von raschen, zornigen Vorwürfen und sie verhehlte ihm gar nichts von dem jähen Leid, das über Mutti beim Anblick des grauen Bündels gekommen war.
Noch viel zorniger aber wurde ihr Herzchen, als sie den großen Herrn lachen sah, ganz strahlend und herzlich lachen, und sie wehrte sich mit Händen und Fäustchen, als er sie stürmisch lieb haben wollte, und fing nun selbst an, kläglich zu weinen.
Da wurde er ernst und redete gute, liebe Worte und sie legte vertrauensvoll ihre kleine Rechte in die seine und er ließ sich von ihr leiten bis ins Windemuthhaus.