»Er braucht nicht zu bitten,« rief Liselotte rasch, »und ich hatte mir gerade dasselbe ausgedacht, während er das lange Lesestück vorlas. Komm, Bertold.«
Ihre schlanken Beinchen liefen sehr schnell, Bertold konnte kaum folgen, und dann saßen sie einträchtig auf dem kleinen Holzbänkchen in der Geißblattlaube.
»Warum hast du geweint, Bertold?« fragte die Kleine energisch.
»Ich weiß es nicht.« Seine Augen wurden schon wieder verdächtig blank.
»O, dann ist es sehr dumm. Man weint doch nicht, wenn man’s nicht weiß. Man hat schon genug zu weinen bei Ungerechtigkeiten und Leibweh. Willst du jetzt wieder heulen, oder kann ich dich viel fragen?«
»Frag’ mich nur.«
»Ich möchte wissen, ob wir sehr gut zusammen passen. Sieh mal, du bist schon neun und ich erst sieben, das paßt doch schon nicht. Aber sag’ mal, bist du auch altklug, Bertold?«
»Das weiß ich nicht, – bist du es denn?«
»Freilich, – sie sagen’s alle in Schwarzhausen. Es tut nicht weh, aber es ist nichts Schönes.«
»Nun dann sei es doch nicht.«