Dann war der Unterricht beendet.

Man konnte von diesem Tage an von Schwarzhausen das Bild gebrauchen: »Sturm im Wasserglase«.

Früher hatte es der alte gallige Herr Eik von Eichen öfter einen stehenden Teich genannt, – Teich mit Entengrün.

Es hatte ihm immer ungeheuern Spaß gemacht, ab und zu ein Steinchen hereinzuwerfen in die grünüberzogene Stille, aber der Stein, den sein eigenes, vergöttertes Kind durch kopflose Heirat und heimliches Durchbrennen in den Teich warf, war zu schwer und wuchtig gewesen. Der hatte einen brodelnden Morast aufgewühlt, dessen übelriechende Dünste dem alten Vater das Leben, mindestens aber die letzten zehn Jahre vergiftet hatten.

Jetzt war das Wasser heller und reinlicher geworden, aber es stürmte, brauste und zischte, wie eitel Kohlensäure.

Also der Name Malcroix sollte einfach abgetan werden?

Und der Knabe war etwas ganz Besonderes? Der die ganze Stunde hindurch über den Schellenkönig gelobt wurde und in den Pausen in Herrn Rektors Grasgärtchen sitzen durfte, damit nur ja kein Schwarzhausener Kind ihn necke und hänsele?

Man erwog ernstlich, ob der Rektor nicht etwa zu alt und kindisch würde und durch eine strammere Kraft ersetzt werden müsse. –

Franziska aber zog ihren Jungen mit einem Jubelruf in die Arme, sie war nur vier Stunden von ihm getrennt gewesen, aber ihr hatten es Tage gedünkt, und Bertold schmiegte sich innig an die Mutter und plauderte von seinen neuen Eindrücken und Erlebnissen.

Nur die Tränen des plötzlichen Heimwehs verschwieg er ihr, vielleicht, weil sie zu rasch getrocknet waren durch Liselottes Plaudereien. Immer wieder kam der Name des kleinen Geschöpfes in Bertolds Erzählungen vor: »Da sagte Liselotte, – da meinte Liselotte, – und da lachte Liselotte, – und ich soll sie besuchen. Und denk dir, Mutter, sie ist altklug und hat absolutes Tonbewußtsein und eine Akkordzither, und sie hat noch nie gewußt, was ’ne Amati ist.« –