Ihr gegenüber saß Herr Baldamus Eik von Eichen.

Er hatte sich mit keiner Silbe an dem vorhergegangenen Wortwechsel beteiligt.

Er liebte das Reden nicht und war zu korrekt für eine Einmischung. Er verabscheute Aufregungen und mied sie auch aus gesundheitlichen Gründen, – die wilden Jähzornsanfälle des Pflegevaters waren ihm höchst unsympathisch, und da er immer logisch dachte, so versuchte er jetzt, nachdem er mit großer Seelenruhe eine echte Importe in Brand gesetzt, seiner Pflegeschwester Franziska den einzig möglichen Schritt zur Vermeidung solcher Auftritte anzuraten.

»Tue Bertold von hier fort in eine Knabenpension,« meinte er in seiner leisen, lauernden Art, die immer sofort auf die Antwort horchte.

»Niemals!« war die rasche Erwiderung. »Mein Junge entbehrt schon den Vater in so jungen Jahren, mich soll er wenigstens behalten.«

»Hm.« – – Herr Baldamus bog sich etwas vor, um ihr besser in die Augen schauen zu können. »Und die Geige, – sein Wimmerholz – möchtest du ihm nicht fortnehmen? Dann wäre doch ein Stein des Anstoßes fort.«

»Aber auch seine einzige Freude,« rief Franziska leidenschaftlich.

»Ich denke, die einzige Freude bist du?« fragte die verhaltene Stimme des Mannes.

Sie sah ihn jetzt ruhig an.

»Bertold, die Geige und ich sind eins,« sagte sie langsam und betonend. »Und wo man dies eine verjagt, da verjagt man uns drei.«