Das unsympathische Lachen, welches die kleine Liselotte so sehr empört hatte, tönte wieder zu der jungen Frau hinüber, aber heute war es nicht so meckernd, – heute schwang etwas anderes mit, ein Unterton, der Franziska erschreckte, denn sie kannte dies Lachen ihres Pflegebruders von ihren Kindertagen her; es sollte oft sein Temperament verbergen, das er immer sorgsam gezügelt hatte vor anderen.

»Franziska – – komm zu mir!«

Sie sah ihn ohne Verständnis an.

»Franziska!!!« Er war sachte aufgestanden und trat mit lautlosen Schritten zu ihr. »In meinem Hause hat dir niemand etwas zu verbieten, und ich will deinen Knaben und« – jetzt kam doch das meckernde Lachen, – »auch das Marterholz will ich schützen.«

»Wir schützen uns schon selbst.« Ganz ruhig klang es. »Vater ist maßlos in seinem Zorn, aber – ich habe ja auch gefehlt und muß es büßen.«

»Du sollst aber nicht büßen, und du willst mich nicht verstehn,« flüsterte eine heiße Stimme, »Franziska, – hör’ mich, komm, – Franziska – –«

Er bebte vor Leidenschaft und suchte sie in seine Arme zu ziehen. Ganz weiß war ihr Gesicht und eisigkalt Stirn und Hände, – sie war aufgesprungen und wich vor ihm weit ins Zimmer zurück.

»Ich bitte dich, mein Trauerkleid zu achten, das ich um meinen Mann trage,« sagte sie tonlos.

»Wie lange noch?« fragte er lauernd.

»Immer!«