Bertold aber war nach Hause gelaufen, hatte seine Geige aus dem Kasten gerissen, und in den tiefsten Tiefen des Riesenkleiderschrankes ließ er das, was seine Seele bewegte, ausklingen. Dann stieg er langsam aus dem Schranke heraus, sah sich vorsichtig um und huschte in das Zimmer von Hieronymus Teichmann.

»Gott steh’ mir bei und soll mich bewahren, Büblein, was ist in dich gefahren?« fragte dieser erschrocken, als er den blassen Jungen sah.

»O Teichmann, – Teichmann –« murmelte Bertold.

»Du siehst ja aus, als wolltst du versaufen, – welche Laus ist dir über die Leber gelaufen?«

Ein stoßweises Schluchzen brach aus der Brust des Knaben.

»Teichmann, er verhunzt mir den Grieg – –«

»Büblein, – wo soll Krieg sein?«

»Ach, Teichmann, ich meine ja den Komponisten, – – der Hans von Windemuth spielt ihn und verhunzt ihn, ich kenne ihn nicht wieder, – – hör’ nur mal, Teichmann – (Bertold nahm hastig die Geige und fuhr mit ein paar Strichen darüber hin) – hör’ nur, das Grollen und Stöhnen der Nordsee, das Kreischen der Möwen, die Klagen des Mädchens – – o und so spielt er das, – – Teichmann, ich kann das nicht mit anhören, und die Liselotte ist doch ganz begeistert.«

»Büblein, ich kann dich nicht recht verstehn, – Grieg? sagst du, oder wer und wen?«

»Teichmann, du wirst doch den großen Grieg kennen? Kantor Brennstoff hat dir doch so viel von ihm vorgespielt.«