»Mutter, sind wir jetzt daheim?« fragte eine klare Knabenstimme.

Da konnte sie zum erstenmal wieder weinen.

»Ja, Bertold, wir sind daheim!«

Und sie nahm den Knaben fest an der Hand und schritt mit ihm über die Schwelle ihres Vaterhauses.


In der dämmerigen Diele, in die sie eintraten, war es köstlich kühl. Die schwere Eichentür schloß sich hinter ihnen und sperrte die sengende Mittagsglut eines heißen Julitages ab.

Der von langer Postfahrt ermüdete Junge atmete hoch auf. »Hier ist’s schön, Mutter.«

Rings an den Wänden hingen Ölbilder. Ehrbare, ernste Gesichter in steifen Ratsherrnkrausen sahen aus schwarzen, strengen Augen auf die beiden Ankömmlinge nieder.

»Sind das die Onkel und Tanten, zu denen wir wollen, Mutter?« fragte der Knabe.

»Nein, Bertold, – diese hier sind lange tot.«