Der Alte sah den Knaben starr an.

»Das hörst du? Auf solchen Kram achtest du, wenn ich von dem Großen rede? Schäm’ dich, Bertold! Und könntest du irgendeinen Reim auf Beethoven finden? Ich nicht! Schäm’ dich, Bertold!«


Drei ganze Tage ließ Bertold dahingehen, ehe er sich den Spielkameraden wieder zugesellte.

Aber diese drei Tage dünkten ihm Jahre. Frau Franziska sah bekümmert auf ihren Jungen, der mit großen Augen sehnsüchtig aus dem Fenster schaute in der Richtung, in welcher man den Giebel des roten Windemuthhauses erblickte.

Die leise Eifersucht regte sich wieder in ihrer Brust. Drei Tage war ihr Junge verändert und scheu, bis sie selbst ihm zurief: »Du warst so lange nicht bei Liselotte, habt ihr euch gezankt?«

Da leuchtete sein Blick. »Mutter, – ich gehe! Darf ich lange bleiben? Ich nehme die Geige mit! Mutter, und Beethoven nehme ich mit. Den können sie mir nicht verhunzen! Den nicht! Teichmann hat’s gesagt.«

Frau Franziska strich sanft über sein dunkles Haar.

»Du Wilder! Geh nur – geh! Sei brav! Und kehr’ mir gesund wieder!«

Ihre eigenen Worte hallten in ihr nach, als sie ihrem Jungen nachblickte, wie er mit dem Geigenkasten dahinschritt durch die Eichenstraße und immer wieder zurückwinkte nach der Mutter.