Frau Franziska hatte entsetzt in die entstellten Züge ihres Knaben gesehen.
Dunkelrot das kleine Gesicht, schneeweiß die Lippen und die Nasenspitze, und die Augen sprühend vor Zorn.
»Er liegt, Mama, er liegt!« Mehr konnte der Junge nicht hervorkeuchen.
Ja, das war der Eiksche Jähzorn.
Eine Menschenmenge hatte sich damals angesammelt, o sie wußte es so genau noch. Der Vater des gemißhandelten Jungen war dazu gekommen und hatte von »Zwangserziehung« gesprochen. Böse Reden waren gegen sie und Bertold geflogen – – welche Schmach für die feinfühlige Frau!
Und ihr kleiner, guter, stolzer Junge!
Als die lodernde Aufregung nachließ, weinte er bitterlich und war ganz krank. Es hatte sich um eine Kinderei gehandelt, um eine Unwahrheit, wie sie unter Kindern im täglichen Spiel oft vorkommt, aber dem streng wahrheitsliebenden Jungen war sie unerhört erschienen.
An all dies dachte Frau Franziska und dachte auch an die große Ähnlichkeit zwischen Großvater und Enkel.
Zug für Zug glich der junge Bertold dem alten Bertold.
Nichts hatte er von seinem Vater bekommen, als etwa die dunkeln Augen, die bei Lotar Malcroix aber übermütig gestrahlt hatten, während Bertold gewöhnlich ernst dreinschaute.