Der alte Eik war aufgesprungen und lief wild im Zimmer umher. Es schüttelte ihn wie ein Sturm. »Bande!« knirschte er, »Bande! Sie sind um kein Haar besser geworden, meine lieben Schwarzhausener. Was nicht im Geleise geht mit hü und hott, das wird einfach verfemt und totgeschlagen, – ich kenne sie, o ich kenne sie!«

Immer wieder durchmaß er das tiefe, große Zimmer mit wuchtigen Schritten, und sein schweres, stoßweises Atmen begleitete jeden Schritt.

Mit hartem Ruck blieb er endlich vor dem Lehrer stehen.

»Und Sie wollen sich überwinden, Herr Tüllen, und täglich hierher kommen, meinen Enkel weiter unterrichten?« fragte er ungläubig.

»Ja, das will ich,« bestätigte der Rektor. Plötzlich reckte er seine schmächtige Gestalt hoch auf und sah dem alten Eik furchtlos in die düsteren Augen. »Unter zwei Bedingungen will ich’s.«

Eik von Eichen senior erstaunte. Er kannte seit seiner frühesten Jugend nur gebückte, demütige Kreaturen, oder hämische und schadenfrohe, immer aber furchtsame Seelen, die ihm, wenn möglich, weit aus dem Wege gingen.

Daß dieser »hungrige Lehrer«, der ganz mit seiner Existenz auf die Milde der Schwarzhausener Bürger angewiesen war, und der offenbar ihn doch jetzt auch brauchte, – – ihm Bedingungen zu stellen wagte, war ihm mindestens neu, und deshalb interessierte es ihn.

»Bedingungen?« lachte er kurz auf. »Und die wären?« –

»Daß ich niemals Herrn Baldamus von Eik zu sehen brauche, und daß ich niemals für meine geistige Arbeit an dem Knaben Bertold irgendein Honorar anzunehmen brauche.« – – –

»Was für eine Verrücktheit!« rief Eik von Eichen senior. »Was wollen Sie damit? Meinen Sie, ich lasse mir etwas von Ihnen schenken?«