Lehrer Tüllen sah ihn ruhig an.
»Das müssen Sie wohl, Herr von Eik, – oder Sie verzichten eben auf mich. Nur die – – Anhänglichkeit an Frau Franziska, meine ehemalige Schülerin, führte mich nach fünfundzwanzig Jahren über diese Schwelle, und der Gedanke, daß Bertold Eik von Eichen zu schade ist, um in die Schablone der Schwarzhausener eingepreßt zu werden.«
Eine lange Pause entstand.
Unverwandt schaute der Greis mit den düsteren Augen auf den kleinen Lehrer, der wieder zusammengesunken, wie unter einer großen Anstrengung, in dem tiefen Lehnsessel saß.
»Ich nehme beide Bedingungen an.« Wieder streckte sich die große Hand aus, und der Lehrer legte die seine hinein.
»Herr Baldamus von Eik, mein Pflegesohn, will in den nächsten Wochen eine Auslandsreise antreten. Vorher will er sehen, ob sich einige Wünsche und Hoffnungen von ihm verwirklichen lassen, – – – hm – – das würde dann große Veränderungen in meinem Hause bedingen, die auch den Knaben mit betreffen würden. Vorläufig – – sehe ich Sie also täglich hier, mein Arbeitszimmer ist tabu für jedermann,« (wieder lachte er rauh), »Sie werden niemandem hier begegnen. Ich stelle aber auch eine Bedingung.«
Lehrer Tüllen sah gespannt fragend auf.
»Sie erwähnten vorhin, daß mein Enkel im Hause Windemuth musiziert habe, ich hörte aus Ihren wenn auch noch so bedachten Worten heraus, daß Bertold das Talent seines Vaters erbte, – ich will davon nie wieder etwas hören, merken Sie wohl auf. In dem Augenblick, da auch nur ein Ton des verfluchten Instrumentes an mein Ohr dringt, ziehe ich meine Hand von meinem Enkel ab.«
Wieder ging die große Gestalt mit dröhnenden Schritten auf und ab.
»Das ist eine sehr harte – – und eine ungerechte Bedingung,« tönte die ruhige Stimme des Lehrers.