Eik senior sah mit einem Gemisch von Zorn und Humor auf das kleine Ding hin, das ihm auf Eikschen Grund und Boden gnädigst erlaubte sich zu setzen. Aber zu seinem eigenen großen Erstaunen setzte er sich wirklich.

»Wo kommst du eigentlich her, Hermine?« fragte er weiter.

»Liselotte heiße ich. Hermine ist ja meine Großtante drüben im Damenstift, und die habe ich eben mit Base Juliane besucht. Es ist furchtbar langweilig bei ihr, und denke dir, – sie kann Puppe Emmy nicht leiden. Deshalb zwängte ich mich durch die Dornenhecke und lief hierher.«

Voll Entrüstung sagte es die Kleine, und gleichzeitig hob sie das Bündel von ihrem Schoß auf und drückte es in den Arm des neuen Freundes. »Ist sie nicht süß? Leider immer krank!«

Herr von Eik beschaute sich das grau-schmutzige Bündel, ohne sich zu rühren. »Ich kann den Kopf nicht finden,« meinte er unbehaglich.

»Den kann auch kein Mensch mehr finden,« berichtete Liselotte entsagungsvoll. »Weiß Gott, wo er sein mag. Das ist ja eben ihre schwere Krankheit. – Bitte, rühr’ dich nicht,« bat sie eindringlich, als Herr von Eik Miene machte, seine unbequeme Stellung als Kinderwärter aufzugeben, »Puppe Emmy mag gern so liegen, es beruhigt alle ihre Nerven so.«

Die Windemuthsaugen sahen vertrauend in die strengen, von buschigen Brauen umrahmten Eiksaugen und übten seltsame Macht. Herr Bertold senior rührte sich nicht. –

»Sprechen kannst du gern,« ermunterte ihn Liselotte nach einer Weile. »Auch lachen, wenn es dir Spaß macht.«

»Ich wüßte nicht, worüber,« war die kurze Antwort.

»Ich meine auch bloß so.«