Liselotte sah ihn prüfend und forschend an.

»Aha,« meinte sie verständnisvoll, »du willst nun gewiß Doktor sein, weil du so’n schlechter Vater bist. Na dann nimm sie, aber – vooorsichtig – ohhhh vooorsichtig – – –«

Als trüge er seltenes Glas oder Porzellan, so besorgt schritt Herr Eik von Eichen den Waldpfad zurück nach Haus Eichenborn mit einem wunderlichen, nie gekannten Gefühl im Herzen.

Vorsichtig schaute er sich um, ob ihn auch niemand sähe, wie er das kleine, unförmliche Bündel auf seinem Arm hütete.

Es war niemand Störendes zu sehen, nur die blondlockige kleine Gestalt stand unbeweglich im Tempelchen und blickte ihm mit großen, vertrauenden Augen nach.

Da winkte er mit der Hand, und das Mädelchen zog ein winziges, arg schmutziges Taschentüchlein hervor und winkte auch.

So schaute er sich wohl dreimal um, blieb auch dabei stehen und hörte die klare Stimme rufen: »Komm bald wieder, hörst du? Morgen, oder übermorgen, – ade, ade!«

Dann kam eine Wegbiegung und entzog ihm den lieben, ungewohnten Anblick.

Auch im Herrenhause selbst begegnete dem alten Herrn niemand, aber es fiel ihm heute zum ersten Male auf, wie öde und einsam die großen, weiten Hallen und Gänge waren.

Ordentlich unheimlich kamen sie ihm vor, aber weil er sich doch nicht gut fürchten konnte auf seine alten Tage, so zog er es vor, ärgerlich zu werden. Schon wollte er mit Stentorstimme nach Hieronymus oder sonst einem dienstbaren Geist rufen, doch da war etwas, das hielt ihn vor solch rücksichtslosem Gebaren ab.