»Alle guten Geister loben Gott den Herrn, – da sitzt Fräulein Franziska!«

Mit einem Schrei sprang sie auf, man wußte nicht, war’s ein Wehlaut oder ein Jubelruf, und der alte Mann, der aus einem Seitengang hervorgetreten war, setzte sich mit zitternden Knien auf dieselbe Stelle, wo sie vorhin geruht, und starrte die Dame an.

Der Knabe war jäh erwacht. Er rieb sich die Augen.

»Bist du der Großvater?« fragte er beherzt.

»Gott soll mich bewahren in meinen alten Jahren. Wie sollt’ ich mich vermessen, auch nur zum Schein, und dein Großvater sein?«

»Hieronymus!« jubelte die blasse junge Frau, – »alter Hieronymus Teichmann! Du bist’s noch! Gott Lob und Dank! Als du vorhin riefst: ›Da sitzt Fräulein Franziska‹, gab es mir einen Stich ins Herz. Er reimt nicht mehr, mein alter Teichmann – – – dachte ich, – aber nun –«

Der alte Diener hatte die runzligen Hände vor das Gesicht geschlagen, schwere Tränen quollen zwischen den Fingern hervor.

»Herrgott, es war der erste Schreck, den hatt’ ich weg,« stammelte er und trocknete sich die Augen.

»Guter, lieber Teichmann!«

Die junge Frau liebkoste seine rauhe Hand, sie lachte und weinte in einem Atem. »Teichmann, ich bin daheim!«