Ein leises Lächeln trat auf das gute, alte Gesicht des Faktotums.
»Du liebe Zeit, – so Schwierigkeiten, was haben die für Haus Eik zu bedeuten? ’s sind weiter nichts als Mückenstiche. – Aber es gibt so andere Schliche, – – die sich nicht ziemen für Eichenborn – die bringen Herzweh und heiligen Zorn. Ich bin nur ein Diener und hab’ nichts zu sagen, aber der Herr sollt’ dazwischen schlagen mit Knüppeln – und mit eisernem Besen auskehren all das schlimme Wesen.«
Er hatte sich in Zorn geredet, der Alte, und nun erschrak er, daß sowohl Frau Franziska, als auch Bertold die Suppe völlig unberührt gelassen hatten, und daß beide mit traurigen, ängstlichen Augen zu ihm aufschauten.
»Ich bin ein Schwätzer, Fräulein Franziska,« stotterte er, denn diese Bezeichnung gebrauchte er immer für seine liebe Herrin; sie sah so mädchenhaft aus, und der fremdländische Name, der ihr zukam, wollte nicht über seine Lippen.
»Vorhin ging der alte Valentin die Treppe hinunter,« nahm Bertold das Wort. »Er grüßte mich gar nicht, ich glaube, er war sehr krank und sah aus, als ob er geweint hätte.«
»Der alte Valentin?« fragte lebhaft Frau Franziska. »Ich war lange nicht bei ihnen, das ist eine häßliche Unterlassung von mir. Hat das hübsche Jettchen genug zu tun immer? Ich will ihr gern wieder Aufträge für Wäschesticken zuwenden – – –«
Hieronymus antwortete nicht, er hatte sich plötzlich zur Tür gewendet und war mit dem großen Präsentierbrett hinausgeschritten in unziemlicher Hast, die er sich noch niemals sonst hatte im Beisein der Herrschaft zuschulden kommen lassen. Mit bangen Blicken schaute ihm Frau Franziska nach.
Als er mit dem zweiten Gang herein kam, winkte ihm die junge Frau, damit er recht leise hantiere.
Im Nebenzimmer, dem Arbeitsgemach des alten Herrn von Eichen, hatten sich laute Stimmen erhoben, die sich immer mehr steigerten. Bekümmert und verständnislos sah Frau Franziska drein.
Jetzt nickte Hieronymus gleichmütig.