»Ein schlechter Kerl,« lachte der alte Eik bitter-schmerzlich auf. »Das meintest du ja wohl. – Ich werde bewilligen!«

Das Letzte kam so unvermittelt heraus, daß Herr Baldamus über den plötzlichen Sinneswechsel ganz verblüfft dastand und auf seinen Pflegevater starrte, der jetzt mit gebietender Handbewegung nach der Tür zeigte. Und wenn sein Königtum auch auf tönernen Füßen stand, wenn es auch etwas im Leben dieses starren, unzugänglichen, finsteren Mannes gab, das einen schweren, tiefen Schatten auf die Eik-Ehre warf, – – Herr Baldamus fühlte doch, daß er dieser gebietenden Hand, die ihm die Tür wies, zu gehorchen habe. –

Ruhelos wanderte der alte Herr in seinem Zimmer umher. Ein paarmal griff seine Hand nach dem altmodischen Klingelzug, der den Diener herbeirufen sollte, aber er ließ sie immer wieder sinken.

Bis wieder ein leichter Schritt heran kam und auf sein müdes »Herein!« Frau Franziska sich im Türrahmen zeigte.

»Endlich, Vater! Ich habe Angst um dich gehabt! Seit deinem Frühbrot hast du nichts genossen. Denke doch auch ein wenig an dich selbst – – –«

»Ich habe mit dir zu reden, Franziska.«

Seine Tochter sah erstaunt-forschend zu ihm auf. Die Stimme des alten Herrn klang sonderbar rauh, gebrochen und müde, und er sah die junge Frau nicht an.

»Ich höre, Vater!«

Lange Pause. – – »Baldamus Eik hat heute wieder um deine Hand angehalten.«

»Ich trage noch Trauer, Vater – – –«