»Ich weiß es, – und drängen wird dich Baldamus nicht, er will wohl nur Gewißheit haben.«

»Ich begreife Baldamus nicht, Vater. Was mir vor Jahren unmöglich war, – ist es auch heute noch. Er will mich nicht verstehen.«

»Franziska, – bist du ganz von Grund aus mit dir zu Rate gegangen, und – bist du dir klar, was du aufgibst? – Das große Vermögen würde in einer Hand bleiben und dein Knabe einmal alles bekommen. Baldamus liebt dich – – –«

Frau Franziska schauerte zusammen. »Laß mich bei dir bleiben, Vater,« bat sie müde. »Ich habe so überreichlich zum Leben durch deine Güte, und mein Junge soll werden wie du, so einfach – und so aufrecht.«

Der alte Herr Eik zuckte zusammen, aber er litt es still, daß die Tochter seine Hand an ihre Lippen zog.

Sie wußte, wie er an dem Gedanken hing, sie mit dem Pflegesohn eins zu wissen, sie wußte, daß sie ihm auch heute wieder weh tat, wie sie ihm vor Jahren den bittersten Schmerz seines Lebens zufügte, und daß nun wieder eine Kluft zwischen Vater und Tochter sich auftat, die sich nie mehr überbrücken ließ – – –

»Du weinst, Franziska?«

Sie schluchzte weh auf.

»Daß ich dir so wenig zeigen kann, wie lieb ich dich habe, Vater – – –«

Er strich ihr sacht über das dunkle, wellige Haar mit einer scheuen, verlegenen Bewegung, der man wohl anmerkte, daß Liebkosungen etwas Seltsames für ihn bedeuteten.