| in | davon Ausländer | in % | |
| Berlin | 11645 | 2718 | 23,3 |
| Charlottenbg. | 2463 | 342 | 15,9 |
| Schöneberg | 1248 | 195 | 15,6 |
| Wilmersdorf | 1185 | 205 | 17,3 |
| Neukölln | 321 | 81 | 25,2 |
| Lichtenberg | 180 | 58 | 32,2 |
| insgesamt | 16040 | 3649 | 22,8 |
Dagegen waren prozentual im Ausland gebürtig unter 100 Juden
| in | Berlin | 17,2 |
| Charlottenburg | 13,3 | |
| Schöneberg | 10,8 | |
| Wilmersdorf | 13,2 | |
| Neukölln | 19,4 | |
| Lichtenberg | 20,0 |
Damit ist ihre stärkere Beteiligung an der jüdischen Volksvermehrung, die von Segall bestritten wurde, von Segall selbst erwiesen. Die Zahl der 0-6jährigen Kinder war bestimmt eine bei den Ausländern verhältnismäßig noch größere, da ihre Einwanderung — wie wir sahen — erst im Anfang dieses Jahrhunderts stark eingesetzt hat, kann ihr Nachwuchs erst allmählich in die Erscheinung treten. Die 6-15jährigen müssen daher beträchtlich weniger als die 0-6jährigen sein.
Ich habe in der bereits citierten Arbeit über die Berliner Juden des weiteren nachgewiesen, daß die Eltern, welche ein drittes, viertes, fünftes und sechstes Kind bekamen, in immer stärkerem Maßstabe Ausländer waren. So daß letzten Endes die Familien mit sehr großer Kinderzahl in 50% ausländischen Juden angehören. Die Juden aus dem Ausland sind somit 1) überhaupt ehefreudiger 2) gehen weniger Mischehen ein und 3) beschränken sie ihre Kinderzahl nicht so stark. Ohne diese Einwanderung wäre die Kinderziffer der deutschen Juden nicht einmal zwei pro Ehe. Ohne die Einwanderung wäre die Frage keine Frage mehr.
Bei dem Geburtenproblem operiert Jacob Segall immer mit den ausgewanderten deutschen Juden, das heißt eine klare Sache verwirren wollen. Wir kennen die Ziffer der Eheschließungen und kennen die Geburtenziffern. Wenn keine Auswanderung erfolgt wäre, wäre die Zahl der Eheschließungen und die Zahl der Kinder etwas größer; aber ihre Relation bliebe die gleiche. D. h. mit anderen Worten, die Auswanderung hat das Zweikindersystem der deutschen Juden nicht verursacht oder begünstigt. Für mich ist eine derartige Deduktion wissenschaftlicher Unsinn!
Bei der Bedeutung Berlins mag die Anführung ihrer Statistik gestattet sein. Es gab in Berlin allein
| Jüd. Geburten | in Promille | Juden insgesamt | |
| 1871-75 | 1141 | 27,5 | 40000 |
| 1876-80 | 1455 | 26,0 | 50000 |
| 1880-90 | 1550 | 22,0 | 65000 |
| 1891-1900 | 1775 | 18,0 | 86000 |
| 1901-05 | 1570 | 16,7 | 95000 |
| 1906-10 | 1500 | 15,0 | 95000 |
| 1911-14 | 1250 | 13,6 | 92000 |
| (1917 | 640) |
Leider gibt es keine Zusammenstellung der Geburten in Groß-Berlin. Im eigentlichen Berlin wohnt die ärmere jüdische und ausländische Bevölkerung, während die zweite Generation, die wohlhabender geworden ist, nach dem Westen verzieht. Einzelne Detailziffern ergeben für die westlichen Vororte Geburtenziffern unter 10 0/00.