bei der allgemeinenjüdischen Bevölkerung
Kinder (0-10 Jahre) 176341 = 19.7%3027 5,15%
Erwachsene (30-40 „ )140897 = 16%323416,5%

Bei der allgemeinen Bevölkerung kam auf jeden Kopf der 30-40jährigen 1,25 der jüngeren Generation. Danach hatte die Hamburger Bevölkerung damals die Möglichkeit, sich aus den Kindern zu ergänzen. Bei den Juden kamen auf 3234 Dreissigjährige nur 3027 Kinder von 0-10 Jahren. Damit war die Altersklasse der Kinder um 7% schlechter besetzt. Erfahrungsgemäß fallen noch 10-12% infolge der Säuglings- und Kindersterblichkeit aus. Die jüdische Geburtenziffer war für Hamburg im Jahre 1905 mit 20% zu gering zu veranschlagen. Selbst wenn die ausländischen Juden daran schuld wären (Segall), so interessiert uns dies für den Augenblick nicht. Wir stellen momentan lediglich die Tatsache fest und können uns erst später den Einwänden nähern, die in dieser Ziffer Zufälligkeiten erblicken wollen.

Segall hat einmal eine weitschweifige Arbeit über die Münchener Juden herausgegeben, in der einige bedeutsame Ziffern in dem Wust der Tabellen verborgen blühten und die unbeachtet geblieben sind. Diese Zahlen betreffen den Bevölkerungsaufbau. Es waren in München:



Jahre altJudenGesamtbevölkerung
1875190518751905

1-151088222543758142810
16-301085317364766158982
31-50 817303457774159044
51-70 400140927660 65912
über 70 77 215 4806 12235

Die eine Tatsache geht aus dieser Statistik klar hervor, daß (1905) die Jahrgänge der 1-15jährigen Juden durchschnittlich 148 Kinder zählen und die der 30-50jährigen 151 Personen. Wie sollen die 148 Kinder nach Abzug der Verluste durch ihre Sterblichkeit die mit 151 Personen besetzten Jahrgänge der Erwachsenen ersetzen?

Bei der allgemeinen Bevölkerung ist eine ebenso große Einwanderung wie bei der jüdischen. Trotzdem kommen auf die mit 9520 Kinder besetzten Jahrgänge (0-15 Jahre) der Gesamtbevölkerung nur 7952 Erwachsene von 30-50 Jahren. Bei der christlichen Bevölkerung war der Nachwuchs fast genügend, bei der jüdischen war er absolut ungenügend. Und Segall gibt selbst den Beweis, daß die starke Einwanderung in die Städte nicht den Grund für den anormalen Volksaufbau abgibt. Er gibt ja die Statistik des Jahres 1875, da die Zuwanderung in München schon begonnen hatte. Damals waren 1-15 Jahre alt durchschnittlich 72 Juden und 31-50 jährig nur 41 Personen.

Segalls Irrtum, daß die ausländischen Juden die Fruchtbarkeit herabdrücken, erweist die Statistik der Leipziger Juden.

Hier, wo die verhältnismäßig stärkste Zuwanderung von Ostjuden besteht, ist einzig und allein eine stärkere Besetzung der jüngeren Jahresklassen (der Kinder) anzutreffen. Es waren die Altersklassen besetzt in Leipzig

19001905
1-1019,6%20,1%
10-2020,620,1
20-3019,720,7
30-4015,314,8
40-5012,412,8

In Leipzig ist sogar die Zahl der Kinder unter der Bevölkerung proportionell gewachsen!