Werner Sombart.

„Das genealogische Moment hat die Nationen nicht geschaffen, sondern sie fixiert. Die Vererbung ist ein Zeichen und das Resultat der Nationalität, aber nicht ihre Ursache. Nicht der Beginn, sondern die weitere Existenz wird durch die Vererbung erklärt” (Bluntschli: Die nationale Staatenbildung, gesammelte Schriften). Mit anderen Worten: Nachdem eine gewisse Menschengruppe, die aus den verschiedensten Rassenbestandteilen zusammengewürfelt sein kann, untereinander in engere Verbindung getreten ist, wird nach D. Pasmanik durch Wechselheiraten und Vererbung ein bestimmter Menschentypus fixiert und konserviert. Der ursprünglichen wahllosen Vermischung der Juden in der Zeit ihrer Volkswerdung suchten einzelne weitsehende jüdische Politiker entgegen zu treten. Die Vorkehrungen gegen die Mischehe und die sie verwerfende Stellen deuten darauf hin. (Abraham und Isaak — Jacobs Brautfahrt, Deut. 23, 4, 8, 9, die Eheverbote mit den Amalikitern, Moabitern, Edomitern und Egyptern. Es sei an Ex. 34, 15, 16, und Deut. 7, 3, 4, erinnert).

Unter Esra und Nehemia wurde der Kampf um die Reinerhaltung der jüdischen Art bewußt durchgeführt. Auch im Talmud befinden sich viele dahin zielende Auslassungen. Maimonides und insbesondere der Schulchan Aruch, der diese Entwicklungen abschliesst, kommt zu einer absoluten Verwerfung der Mischehe. Praktisch hat (nach dem Schrifttum) Esra am konsequentesten gehandelt, indem er die damals in Palästina existierenden 113 Mischehen verwarf und ihre Auflösung durchsetzte. So alt die Geschichte der Juden ist, so oft wiederholen sich aber Ansätze und Ausbreitung der Mischehe. Moses heiratete die Tochter eines midianitischen Götzenpriesters, die allerdings rassenmässig einem nicht sehr fernestehenden Stamme angehörte. Die Sexualbeziehungen von Simson und David, des Sohnes der Moabiterin Ruth, Salomons, des Nachkommens einer hittitischen Mutter, Ahabs u. a. darf man als bekannt voraussetzen. Ich verweise hierbei insbesondere auf die Arbeit von Dr. Fritz Kahn, „Die Juden — als Rasse und Kulturvolk,” Welt-Verlag 1920, und Dr. Tänzers „Die Mischehe,” Berlin 1913.”

Eine Rolle in der jüdischen Religion und in den Festen dieses Volkes spielen die Vorgänge am persischen Hofe zur Zeit der Königin Esther, und man kann es den Kabbalisten nicht verdenken, daß sie deren Andenken verwarfen. Unter den Hasmonäern in der Zeit des Hellenismus tritt die Mischehe recht stark auf. Im Mittelalter gibt es sogar in Deutschland (900-1100) erotische Wechselbeziehungen mit der christlichen Umgebung.

In der Geschichte der Rassenforschung ist die Frage nach der Vermischung der Juden des häufigen aufgeworfen worden. Von der Parteien Haß und Gunst verwirrt, schwankt das Urteil über die Beimischung fremden Blutes.

Historisch wichtig ist, daß im XVI., XVII. und XVIII. Jahrhundert Mischehen im gesamten Judentum der Welt zu den Ausnahmeerscheinungen gehörten. Diese sexuelle Abgeschlossenheit, wird durch die Mischehe durchbrochen in der Zeit der Emanzipation und in hoc signo. Napoleon wollte jeden dritten Juden zwingen, einen christlichen Gemahl zu nehmen, sein Staatsrat wies allerdings eine solche Maßnahme zurück. Sogar Bismarck war für die Zucht des arischen Hengstes mit der semitischen Stute, wie auch E. v. Hartmann und andere die providenzielle Beimischung des jüdischen Blutstropfens als einen Segen für den deutschen Michel hielten. Sogar im jüdischen Lager wurde für die Mischehe Propaganda gemacht.

Natürlich fanden sich auch Gegner. So protestierte H. St. Chamberlain gegen die Idee einer Infizierung der Indoeuropäer mit jüdischem Blut. „Ginge das ein paar Jahrhunderte fort, es gäbe dann in Europa nur noch ein einziges rassereines Volk, das der Juden; alles übrige wäre eine Herde pseudo-hebräischer Mestizen und zwar ein unzweifelhaft physisch, geistig und moralisch degeneriertes Volk.”

Die Kenntnis und Benutzung des Hebräischen als Kultursprache, des jüdisch-deutschen als Umgangsdialekt, die absolute Befangenheit im jüdischen Glauben verbanden sich als psychische Voraussetzungen für die Inzucht. Das Einheiraten in die Gruppe derselben Menschen, hatte zur Erhaltung eines körperlich von anderen unterschiedlichen Typus geführt, der zwar nicht reinrassig in dem Sinne ist, als ob nur eine und dieselbe Form von Menschen am Eingang der jüdischen Nation bestanden hätte.

Aber die stetige Verschwägerung der Juden führte zu einer körperlichen Verwandtschaft, die sich im Aussehen allein schon anzeigt. Fishberg hat ganz recht, wenn er von der Mischehe das völlige Aufgehen des Judentums erwartet, weil die Kinder von Mischpaaren nicht mehr Träger der jüdischen Rasse sein können und religiös zumeist aus dem Judentum ausscheiden.