Derartige Werturteile entbehren vorerst der eingehenden Beweisführung. Einige bekannte Größen, wie Ludwig Gurlitt, Heyse, v. Hofmannsthal, v. Bayer, Nobel, Dernburg entstammen jüdischen Mischehen. Da die Zahl der in Mischehen Geborenen bis zum Jahre 1890 insgesamt nur 12-15000 betrug, so kann man auch nicht verlangen, daß bis jetzt unheimlich viele Genies aus der Mischehe hervorkamen. Kohler meinte zwar in dem Sammelheft über die Judentaufe:
„Nicht reine, sondern Mischrassen haben von jeher die Welt beherrscht und eine der Hauptmischrassen, die Engländer, wären niemals das geworden, was sie sind, wenn nicht das keltische, sächsische und normannische Element in ihnen in so glücklicher Weise vereinigt worden wäre. Eines möchte ich noch bemerken. Eigenschaften, die den Juden zukommen, finden sich auch in der deutschen Nation und zwar in sehr bedeutender Weise vertreten. Auch hier gibt es abstraktdenkende Kinder, auch gibt es Finanzgenies und Menschen von gewaltiger Kombinationsgabe und Suggestivkraft, Allein wir Deutschen sind nun durch den dreissigjährigen Krieg so verödet worden, dass wir im praktischen Leben mit unseren eigenen Talenten allein nicht vollständig das leisten würden, was notwendig ist, damit wir anderen Völkern den Widerpart halten. Das ist der Hauptgrund, der uns die Assimilierung des Judentums wünschenswert macht.”
Der anonyme Verfasser der Broschüre „Der Untergang Israels” wendet sich sehr energisch gegen die Mischehe. „Individuelle Heiraten zwischen Juden und Christen haben physiologisch genommen wenig Zweck. In moralisch, ethisch, historischer Hinsicht halte ich solche Heiraten für direkt verderblich. Verderblich für die Reinheit des Stammes, verderblich für die weitere Durchführung der jüdischen Gesetzgebung, verderblich mit einem Wort für den Geist des Judentums, der aller Stagnation abhold als Fortschrittsfaktor der Weltgeschichte.”
Die Mischehe führt aus dem Judentum heraus. Alle Ziffern ergeben, daß 20% bis höchstens 25% der Kinder im jüdischen Glauben erzogen werden. Bei der an und für sich geringen Fruchtbarkeit der Mischehen bedeutet diese Zahl fast nichts mehr. Beobachtet wird, daß getaufte Juden gern ebensolche heiraten. Diese Erscheinung weist darauf hin, wie unbewusstes Rassegefühl und historische Nachwirkung noch stark im Spiel sind und sich wieder geltend machen (also eine Parallel resp. Contreaktion). Das alles nimmt nicht der Mischehe ihre Aussicht, ihre eigentliche Bedeutung und die Wirkung, die mit Nietzsche in sich sterben läßt und zur Vernichtung auffordert, was reif zum Sterben ist: Geburten zu verhüten, um künftigen Generationen das niederdrückende Gefühl des Elends zu ersparen und somit noch schneller fallen zu lassen, was reif zum Sterben ist; und das, was fällt, nicht zu halten, sondern sogar noch zu stoßen, damit es noch schneller falle ...
[KAPITEL XII.]
WIRTSCHAFTSPROBLEME.
Heute gibt es keinen ernsten Beobachter des jüdischen Lebens, der nicht die Abnormität einsähe, die den ökonomischen Grundlagen der jüdischen Existenz anhaftet. Dies ist die historische Krankheit des jüdischen Wirtschaftslebens. Und alle die, die das jüdische Volk an die verdünnte Golusluft ketten wollen, es mit Golusgesängen und Golushoffnungen einlullen — wollen diese Krankheitsverewiger.
Ber Borochow.
In der ersten Auflage dieses Buches habe ich die bekannte Berufsstatistik der deutschen Juden ausführlich wiedergegeben, wovon ich nur das Wichtigste wiederhole. Von der gesamten preußischen Bevölkerung waren 1907 29% in der Landwirtschaft tätig, gegenüber 1% bei den Juden. Im Handel und Gewerbe waren es 55% aller Juden und 13% der Christen. Im öffentlichen Dienst, in den freien Berufen und als Selbständige ohne Beruf finden wir Juden in steigender Zahl (20,8% gegenüber 13,8%). Zwischen den Jahren 1895 und 1907 waren folgende Veränderungen der berufstätigen Juden: In den freien Berufen plus 15000, Industrie plus 13000, Handel 6000, Landwirtschaft plus 700, Dienende minus 1000. Mit anderen Worten: Der Jude drängt vor allem zu den freien Berufen, d. h. zur Kopfarbeit.