Besonders wichtig und anerkennenswert waren die Beobachtungen des Hauptm. Zörner und des Ltn. d. Res. Bettsak, Res.-Inf.-Rgt. ..., denen es gelang, genauen Einblick in die franz. Vor- und Hauptstellung beiderseits der Straße La Chapelotte-Allencombe und am Westhang der Höhe 542 zu gewinnen.
Ich spreche allen in den Patrouillengängen beteiligten Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften meine Anerkennung aus.
von X
General d. Infanterie.
Im Oktober 1916 wurde endlich seinen mehrfachen Gesuchen um Versetzung zu den Fliegern stattgegeben. Seine Ausbildung als Flugzeugführer erhielt er in Hamburg und Hannover.
Lassen wir den ersten Briefen aus seinem Kriegsleben noch die letzten folgen. Wie als junger Kriegsfreiwilliger, so segelt er auch als Flieger tollkühn und unternehmungslustig in die feindliche Welt hinein.
Nichts gilt ihm die Gefahr, gern setzt er stündlich sein junges, hoffnungsreiches Leben ein.
Toulis, 2. 9. 1917.
... den ersten Feindflug habe ich nun auch, vom Gegner unbehelligt, erledigt. Ich startete gestern mit einem alten Beobachter zum Einschießen der Feldartillerie in unserem Abschnitt. Zu diesem Zweck werden am Abend vorher telefonisch die Ziele, auf welche die Batterien sich einschießen wollen, mitgeteilt. Mit mir startete eine andere Flugzeugbesatzung, die uns zu schützen, d. h. vor überraschenden Angriffen durch französische Kampfeinsitzer (spads) zu bewahren hat. Ich flog die mir ein für allemal zugeteilte Maschine, von neuerem Typ mit 200 PS, die allgemein an der Westfront in Gebrauch ist. In 150 m Höhe verschluckte sich der Motor infolge zu starker Benzinzufuhr; ich flog gleichwohl Laon an, mich in niedriger Höhe (etwa 1500 m) haltend. War der Himmel beim Start nur leicht bewölkt, so hatte sich bald alles zugezogen; wir flogen einer starken Wolkendecke, die bis 500 m herabreichte, entgegen. Ich entschloß mich, drüber zu gehen und hatte in 2500 m Höhe die Wolken unter mir. Dafür war weder von der Schutzmaschine, die über mir fliegen sollte, noch von der Erde etwas zu sehen. Nur ab und zu sah man durch Wolkenlöcher unsere Fesselballons, ein Zeichen, daß wir der Linie zuflogen. Auf einmal macht mein Beobachter im Spiegel 3 X, d. h.: über uns sind drei deutsche Kampfflugzeuge, ein beruhigendes Gefühl. Wie ich einmal unter mich sehe, nehme ich eine dunkle Linie, vor und hinter der Loch an Loch liegt, wahr: die Front. Dann sieht man rechts einen Kanal, der durch ein Waldstück geht. Ich nehme Gas weg und lasse mir vom Beobachter erklären, ich erfahre, daß wir über Chemin des Dames sind, wo wir gar nichts zu suchen haben. Da wegen des dicken Nebels die Orientierung schlecht, ein Einschießen undenkbar war, winkt er mich zum Heimflug ein. Wir stoßen durch die Wolken, die Maschine wird von starken Böen erfaßt, und ich habe ordentlich zu arbeiten. Nach 1½ Stunden landen wir glatt im Heimathafen, ohne von der französischen Artillerie, die sonst sehr lebhaft schießt, oder dem Gegner erkannt worden zu sein. Bald darauf erschien auch die Schutzmaschine, die sich ebenfalls »verfranzt« hatte.