Horch, in Lüften kreist,
Unser Denkergeist.
Immer höher, immer schneller,
Trommeln, wirbeln die Motoren und Propeller ...
Den, der dieses gesungen, nahm der Tod aus reichem dichterischen Schaffen auf dem Schlachtfeld vor Soissons, am 8. Februar 1915 und seine dankbare Heimat schuf ein Denkmal an sein Wirken an der ewig-brandenden Ostsee, an den jungen Walther Heymann; zu früh traf ihn die feindliche Kugel, als daß er noch selbst hätte Flieger werden können. Aber nach ihm kamen Söhne seiner Rasse, die Jünger des Merkur, all die, die vordem auf dem Kontorsessel gethront hatten, mit Maß und Elle hantiert oder den Böcken in den Kontobüchern nachgejagt hatten, tauschten ihren Beruf ein und saßen am Motor und Maschinengewehr, vergaßen die geblümten und getipfelten Kattuns, Aktien und Kupons und wurden Genossen der Abkömmlinge, die seit Geschlechtern in der Jagd, in der Körperkultur und im Militär Lebensberuf oder Lebensfreude gefunden hatten.
Nicht immer ging diese Metamorphose leicht vor sich: manch einer zahlte schon sein Leben, ehe er den Flugplatz verließ.
Gedenken wir zuerst einiger Toten, denen nur eine kurze Fliegerlaufbahn beschieden war. Einer der ersten von diesen war der Leutnant d. Reserve Josef Zürndorfer aus Rexingen, vor dem Kriege Kaufmann in Bochum. Er hatte 1910 seiner Dienstzeit beim 6. württembergischen Inf.-Reg. als Einjähriger Genüge geleistet und rückte mit dem 154. Inf.-Reg. ins Feld, wo er als einer der Ersten das »Eiserne« und die Württembergische Verdienstmedaille erhielt, sowie zum Offizier-Stellvertreter aufrückte. Bei Combres, während eines Sturmangriffes verwundet, meldete er sich, kaum genesen, zu den Fliegern. In einem Briefe nach Hause jubelte er laut: »Meine Wünsche sind erfüllt, ich habe ein glückliches Los gezogen«. Frühzeitig erliegt er einem Unfall.