»Wie?« fragte Syphax erstaunt. »Ungewarnt ist er verloren!« –

»Man muß dem Schutzgeist des Feldherrn nicht schon wieder, nicht immer, ins Amt greifen. Belisar mag morgen seinen Stern erproben.«

»Ei,« sagte Syphax mit pfiffigem Lächeln, »solches gefällt dir? Dann bin ich lieber Syphax, der Sklave, als Belisarius, der Magister Militum. Arme Witwe Antonina!«

Cethegus wollte sich auf das Lager strecken, da meldete Fidus, der Ostiarius: »Kallistratos von Korinth.«

»Immer willkommen.«

Der junge Grieche mit dem sanften Antlitz trat ein.

Ein Hauch anmutiger Röte von Scham oder Freude [pg 261]färbte seine Wangen: es war ersichtlich, daß ihn ein besonderer Anlaß herführte.

»Was bringst du des Schönen noch außer dir selbst?« so fragte Cethegus in griechischer Sprache.

Der Jüngling schlug die leuchtenden Augen auf: »Ein Herz voll Bewunderung für dich: und den Wunsch, dir diese zu bewähren. Ich bitte um die Gunst, wie die beiden Licinier und Piso, für dich und Rom fechten zu dürfen.«

»Mein Kallistratos! was kümmern dich, unsern Friedensgast, den liebenswürdigsten der Hellenen, unsre blutigen Händel mit den Barbaren? Bleibe du von diesem schweren Ernst und pflege deines heitern Erbes: der Schönheit.«