»Königin, du .. – Aber, bei allen Göttern, wie siehst du aus! Wie eine Lemure. Wie die Rachegöttin!«
»Ich wollte, ich wäre es,« sagte Mataswintha – es war das erste Wort seit langen Stunden, – ohne den Blick vom Fenster zu wenden.
Und Blitz auf Blitz und Schlag auf Schlag. Aspa schloß das Fenster. »O Königin, die Frommen unter deinen Mägden sagen: das sei das Ende der Welt, das da komme, und der Sohn Gottes steige nieder auf feurigen Wolken, zu richten die Lebendigen und die Toten. Huh, welch’ ein Blitz! Und noch kein Tropfen Regen. Nie hab’ ich solch ein Unwetter gesehen. Die Götter zürnen schwer.«
»Wehe, wem sie zürnen. O, ich beneide sie, die Götter. Sie können hassen und lieben, wie’s ihnen gefällt. Und zermalmen den, der sie nicht wieder liebt.«
»Ach Herrin, ich war auf der Straße: ich komme gerade zurück. Alles Volk strömt in die Kirchen mit Beten und Singen, den Himmel zu versöhnen. Ich bete zu Kairu und Astarte – Herrin, betest du nicht auch?«
»Ich fluche! Das ist auch gebetet.«
»Oh, welch ein Donnerschlag!« schrie die Sklavin und stürzte zitternd in die Knie’. Der dunkelblaue Mantel, den sie trug, glitt von ihren Schultern. Der Blitz und Donner war so stark gewesen, daß Mataswintha aus den Kissen gesprungen und ans Fenster geeilt war.
»Gnade, Gnade, ihr großen Götter! erbarmt euch der Menschen!« flehte die Afrikanern.
»Nein, keine Gnade! Fluch und Verderben über die elende Menschheit!
Ha, das war schön! Hörst du, wie sie unten heulen [pg 342]vor Angst auf der Straße? Noch einer, und noch ein Strahl! Ha, ihr Götter, wenn ein Himmelsgott oder Himmelsgötter sind – nur um eins beneid’ ich euch –: um die Macht eures Hasses, um euren raschen, geflügelten, tödlichen Blitz! Ihr schwingt ihn mit der ganzen Wut und Lust eures Herzens und eure Feinde vergehn: und ihr lacht dazu: – der Donner ist euer Gelächter! Ha, was war das?«