Ein Blitz und ein Donner, der alle frühern übertraf, zuckte und krachte. Aspa fuhr vom Boden auf.
»Was ist das für ein großes Haus, Aspa? die dunkle Masse uns gegenüber? Der Blitz hat wohl gezündet: – brennt es?«
»Nein, Dank den Göttern! es brennt nicht! Der Blitz hat sie nur beleuchtet. Es sind die Kornspeicher des Königs.«
»Ha, habt ihr fehl geblitzt, ihr Götter?« So schrie die Königin. »Auch die Sterblichen führen den Blitz der Rache.«
Und sie sprang vom Fenster hinweg, – und das Gemach war plötzlich dunkel.
»Königin – Herrin – wo bist – wohin bist du verschwunden?« rief Aspa. Und sie tastete an den Wänden. Aber das Gemach war leer: und Aspa rief umsonst nach ihrer Herrin.
Unten auf der Straße wogte nach der Basilika von Sankt Apollinaris hin ein frommer Zug.
Ravennaten und Goten, Kinder und Greise, sehr viele Frauen: Knaben mit Fackeln schritten voran, hinter ihnen Priester mit Kreuzstangen und Fahnen. Und durch das Brüllen des Donners und durch das Pfeifen des Sturmes scholl die alte, feierlich ergreifende Weise:
dulce mihi cruciari, parva vis doloris est: