malo mori quam foedari: major vis amoris est.
Die Antwort aber des zweiten Halbchors lautete:
parce, judex, contristatis parce pecatoribus,
qui descendis perflammatis ultor jam in nubibus.
Und der Bittgang verschwand in der Kirche. Auch die nächsten Aufseher der Kornspeicher schlossen sich dem Zuge an.
Auf den Stufen der Basilika, gerade der Thür der Speicher gegenüber, saß das Weib im braunen Mantel: still und furchtlos im Aufruhr der Elemente, die Hände nicht gefaltet, aber ruhig im Schos liegend. Der Mann in der Sturmhaube stand neben ihr.
Eine gotische Frau, die in die Kirche eilte, erkannte sie im Schein eines Blitzes. »Du wieder hier, Landsmännin? Ohne Obdach? Ich habe dir doch oft genug mein Haus angeboten. Du scheinst fremd hier in Ravenna?«
»Ich bin fremd. Doch hab’ ich Obdach.« – »Komm mit in die Kirche und bete mit uns.«
»Ich bete hier.« – »Du betest? Du singst nicht und sprichst nicht?«
»Gott hört mich doch.« – »Bete doch für die Stadt. Sie fürchten, es komme das Ende der Welt.«