Aber schon hatte das gellende Rufen den Mann des leisesten Schlafes geweckt.

Cethegus trat, das Schwert in der Hand, nur halb gegürtet, aus seinem Schlafgemach auf den Gang, dessen offne Logen in den viereckigen Palasthof blickten.

»Wachen,« rief er, »unter die Speere!« Auch Soldaten waren merksam geworden. Kaum hatten Witichis, Rauthgundis und Dromon den Gang und die Gangthüre durchschritten und, gerade dieser gegenüber, die Gemächer Dromons erreicht, als sechs isaurische Söldner laut lärmend in den Gang hineinstürmten.

Rasch sprang Rauthgundis aus der Halbthür, sprang auf die schwere eiserne Gangthüre zu, warf sie klirrend ins Schloß, drehte den Schlüssel um, und zog ihn heraus. »Die sind geborgen und unschädlich!« flüsterte sie.

Schnell eilten nun die beiden Gatten von dem Gemache Dromons dem großen Ausgang zu, der aus dem Schloßhof auf die Straße führte. Mit gefälltem Speer trat hier der letzte Mann der Wache, der hier zurückgeblieben, ihnen entgegen. »Gebt die Losung,« rief er. »Rom und? –«

»Rache!« sprach Witichis und schlug ihn mit dem Beile nieder.

Laut schreiend fiel der Söldner, und warf noch den Speer den Flüchtigen nach: er durchbohrte den letzten der drei – Dromon.

Über die Marmorstufen des Palastes auf die Straße hinabspringend, hörten die Gatten die eingesperrten Soldaten donnernd gegen die feste Eisenthüre schlagen, auch einen lauten Befehlruf hörten sie noch. »Syphax! mein Pferd!«

Dann nahm sie Nacht und Dunkel auf.

Wenige Minuten darauf schimmerte der Palasthof von Fackeln: und Reiter flogen nach allen Thoren der Stadt.