»Sechstausend Solidi wer ihn lebend, dreitausend wer ihn erschlagen bringt!« rief Cethegus, – sich in den Sattel seines schwarzen Hengstes schwingend. »Nun auf, ihr Söhne des Windes, Ellak und Mundzuch, Hunnen und Massageten. Jetzt reitet, wenn ihr je geritten!«

»Aber wohin, Herr?« fragte Syphax, an seines Herrn Seite aus dem Palastthor sprengend.

»Das ist schwer raten. Aber alle Thore sind geschlossen und besetzt. Sie können nur etwa zu den Mauerbreschen hinaus.«

»Zwei große Mauerbreschen sinds.«

»Sieh dort den Jupiter, der eben aus der Wolke tritt im Ost. Er winkt mir. Ist nicht dort –?«

»Der Mauersturz am Turme des Aëtius.«

»Gut! dort hinaus! Ich folge meinem Stern!« – – –


Glücklich hatten inzwischen die Gatten, hindurchgelassen von Paulus, dem Sohn des Dromon, die nur halb ausgefüllte Mauerlücke durcheilt und in dem nahen Pinienhain der Diana Wachis, den Getreuen, und zwei Pferde gefunden. Wallada nahm die Gatten auf den Rücken. –

Der Freigelassene ritt rasch voran, dem Ufer des hier sehr breiten Flusses zu. Witichis hielt Rauthgundis vor sich, hinter dem Hals des Rosses. »Mein Weib! mit dir [pg 407]hatte ich alles verloren! Leben und Lebensmut. Aber nun will ich’s noch einmal wagen um das Reich. O wie konnte ich dich von mir lassen, du Seele meiner Seele.«