»Laß mich los,« rief er, »guter Freund, oder ich schlage dich nieder.«
Und drohend hob er eine wuchtige Streitaxt.
»Es geht nicht. Du mußt warten. Die großen Heerführer sind bei ihm im Zelt.«
»Und wären alle großen Götter Walhalls samt dem [pg 136]Herrn Christus bei ihm im Zelt, ich muß zu ihm. Erst ist der Mensch Vater und Gatte und dann König. Laß’ los, rat’ ich dir.«
»Die Stimme kenn’ ich,« sagte Graf Teja, nähertretend – »und den Mann. Wachis, was suchst du hier im Lager?«
»O Herr,« rief der treue Knecht, »wohl mir, daß ich euch treffe. Sagt diesen guten Leuten, daß sie mich loslassen. Dann brauch’ ich sie nicht niederzuschlagen. Ich muß gleich zu meinem armen Herrn.«
»Laßt ihn los: sonst hält er Wort: ich kenne ihn. Nun, was willst du bei dem König?«
»Führt mich nur gleich zu ihm. Ich bring ihm schwarze, schwere Kunde von Weib und Kind.«
»Von Weib und Kind?« fragte Hildebad erstaunt. »Ei, hat Witichis ein Weib?«
»Die wenigsten wissen es,« sagte Teja. »Sie verließ fast nie ihr Gut, kam nie zu Hof. Fast niemand kennt sie: aber wer sie kennt, der ehrt sie hoch. Ich weiß nicht ihresgleichen.«