Sie bieten dem rechnenden Astronomen aber ein sehr willkommenes Hilfsmittel, um die genaue Entfernung unseres Zentralgestirnes von der Erde zu bestimmen.

Die Erde.

Wenige Menschen denken über die Bedeutung des Planeten, auf dem wir wohnen, und über seine Stellung im Weltenraume nach. Sie gehen Tag für Tag auf ihm ihren Geschäften nach, freuen sich ihres Daseins oder sind traurig über so manches, das ihren Wünschen zuwider ging. So geht die Zeit dahin und mit ihr werden wir alt und gehen selbst aus dieser Welt.

Tausende von Menschen verließen sterbend die Erde, ohne zu wissen und zu erfahren, daß sie nichts anderes, als ein Stern unter den anderen am Himmel ist. Als solcher gehört sie zunächst zum großen Reiche unserer Sonne. Sie ist ein Planet und umwandelt den Sonnenball in 365 Tagen. Wir nennen diesen Zeitraum ein Jahr!

Wir haben früher schon bei der Beantwortung der Frage: »Wie mögen die Sternenwelten entstanden sein?« gehört, daß unsere Erde einst selbst eine kleine Sonne, – ein leuchtender Stern, – war, daß sie sich aber im Laufe langer Zeiten allmählich abkühlte und endlich ein Planet wurde. Als solcher nahm sie den Zustand an, in dem wir sie heute um die Sonne herum schweben sehen.

Trotzdem sie erkaltet und dunkel geworden ist, sendet sie doch noch Licht in den Raum hinaus, und könnten wir uns im Geiste einmal auf unsere Nachbarwelt, – den Mond, – versetzen, dann würden wir sehen, daß unsere Erde als leuchtender Stern am Firmamente des Mondes hängt. Dies ist aber nur aus dem Grunde möglich, weil unser Planet sein Licht von der Sonne erhält. Die Erde erstrahlt als »Mond unseres Mondes« in rotem Lichte.

Alle Planeten unseres Sonnenreiches, – also auch die Erde, leuchten in solchem, von unserer Sonne entlehnten Lichte. Auch unser Mond und alle anderen Monde, die wir in unserem Sonnensystem kennen, empfangen ihr Licht von der Sonne. Nur dadurch werden sie für unser Auge sichtbar!

Unsere Erde ist eine an den Polen abgeplattete Kugel. Bei dem Planeten Merkur und Venus hat man eine solche Abplattung an den Polen noch nicht einwandsfrei feststellen können; aber man nimmt trotzdem an, daß beide abgeplattet sind, weil auch die anderen Planeten unseres Sonnenreiches diese Abplattung an den Polen zeigen.

Der Durchmesser unserer Erde beträgt 12 736 Kilometer. Sie dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre Achse herum. Dadurch wird der Wechsel von Tag und Nacht erzeugt, denn, wenn wir Tag haben, dann ist die eine Hälfte der Erde, in deren Achsendrehung, dem Lichte der Sonne zugewandt und wird von dieser bestrahlt. Haben wir aber Nacht, dann ist die eine Hälfte der Erde, in ihrer Drehung um die eigene Achse, von der Sonne abgewandt. Sie empfängt also kein Licht von dieser.