Blitzen sie am Nordpol der Erde auf, dann nennen wir sie Nordlichter. Zeigen sie sich am Südpol, dann nennt man sie Südlichter. Sie erscheinen oft in großer Pracht und in starkem Glanze, bald in Band-, bald in Fächer- und bald in Wellenform. Sie treten zahlreich stets dann auf, wenn unsere Sonne, – wir hörten dies bereits, – reichlich mit Flecken besetzt ist. Interessant ist auch, – man konnte dies wiederholt beobachten, – daß Erdbeben und vulkanische Erscheinungen bei uns mit den Polarlichtern in einem ursächlichen Zusammenhange stehen. –

Der Mond unserer Erde.

Die Nacht ist lind und lau! Glühwürmchen huschen durch das Dunkel, und die Grillen konzertieren draußen auf der Wiese. Sie begleiten mit ihrem Geigen den frohen Männerchor der Frösche. Am Himmel stehen einige schwarze Wolken, und es sieht aus, als ob in der Nacht ein Gewitter kommen wollte!

»Das wäre nicht gut,« meint der Landmann, der mit Frau und Kindern in der Laube hinter seinem Hause sitzt, »denn wir haben heute das Getreide gehauen! Ich denke, der Mond, der bald herauskommen muß, wird das dunkle Gewölk fressen!« –

Das ist nun einmal ein alter Aberglaube unter den Landleuten, der besagt, daß der gute, alte Mond am Himmel in der Sommernacht die Gewitterwolken zerstöre!

Alle waren still, als der Vater so redete, und als er geendet hatte, horchten sie wieder hinaus in das Dunkel, das belebt war vom geschäftigen Treiben der Nachttiere!

Da mit einem Male veränderte sich die Szenerie!

Die Bäume im Garten, die man vorher in der Finsternis nicht hatte erkennen können, traten, – vom Mondlichte übergossen, – schreckhaft hervor, und ein altes Gemäuer hob sich in magischer Beleuchtung aus dem Schwarz der Nacht ab. Das Licht des Mondes, der aufgegangen war, umfloß alles! Es huschte durch die Blätter und das Geäst der Bäume, es schlüpfte durch die Maschen der Gartenlaube und floh gespenstisch über den Erdboden dahin. Der Mond war in voller Größe nun über dem Dorfe emporgestiegen und begann seine Herrschaft über die Sommernacht!

Wie oft mag er schon auf- und untergegangen sein an unserem Himmel? Was mag er alles schon mit angesehen haben unten auf der leidvollen Erde? Könnte er doch reden, – der alte schelmische Gesell! Er würde uns gar vieles erzählen, was uns heute auch bei ihm noch ganz geheimnisvoll anmutet!