Tafel 7.
Süden.
Norden.
Unser Mond im photographischen Fernrohre (bald nach dem ersten Viertel).
(Photographiert mit dem Équatorial coudé [gebrochenem Fernrohre] von Professor Loewy in Paris.)
Heute besitzt der Mond alle diese Meere nicht mehr, denn seine Wassermassen sind in seinen Körper längst eingesunken. Das bißchen Feuchtigkeit, das er noch hat, ist nicht mehr der Rede wert. Wenn wir den Mond mit dem Fernrohre noch aufmerksamer betrachten, dann können wir auf ihm auch Gebirge entdecken. Man hat diesen zum weitaus größten Teile den Namen irdischer Gebirge gegeben. Infolgedessen kennen wir auf ihm die Alpen mit dem merkwürdigen Alpentale, den Vulkan, die Kordilleren, die Karpathen und die Apenninen.
Der Satellit der Erde ist überhaupt sehr gebirgig, viel mehr, als die Erde! Im Fernrohr sehen wir über seine Oberfläche zerstreut, – ganz besonders zahlreich aber um seinen Südpol herum, – Gruben, die unseren irdischen Vulkanen nicht unähnlich sind. Die größten von ihnen haben wir Wallebenen, die größeren Ringgebirge, die kleineren Krater und die kleinsten Kratergrübchen genannt. Wir kennen weit über 40 000 dieser seltsamen Bildungen. Auf unserer Erdoberfläche finden wir dergleichen nicht!
Ein Teil dieser Krater, Ringgebirge und Wallebenen ist unter dem Einfluß heftiger vulkanischer Kräfte dort ganz zweifellos entstanden, ein anderer Teil durch Blasenbildung zu der Zeit, als der Mond noch zähflüssig war. Die Blasen brachen ein, und so entstand der Ringwall des Kraters und die Ebene, die der Wall umrandet. Die kleineren und kleinsten dieser Gruben sind durch das Aufstürzen von Meteoriten (Weltentrümmern) gleichfalls zu der Zeit gebildet worden, als der Mond noch nicht völlig fest und erkaltet war.
Der Trabant der Erde hat fast gar keine Luft mehr, die ihn vor solchem Niedergehen größerer Meteormassen hätte schützen können, wie unser Luftpanzer die Erde schützt.