Die Augenbrauen werden angedeutet durch die dunkle Fläche des mare tranquillitatis (des Meeres der Ruhe) und des mare foecunditatis (des Meeres der Fruchtbarkeit).

Die Stirn des »Mondgesichtes« ziert ein dunkler Flecken. Diese Stirnfalte also ist das mare frigoris (das Meer der Kälte).

Das mare nubium (das Meer der Wolken) bildet den Mund des »Mondgesichtes« und die rechte Wange der oceanus procellarum (der Ozean der Stürme, auch der »Stille Ozean des Mondes« genannt).

Die linke Wange indes wird durch eine große Zahl von Kratern und durch wild zerklüftete Gebirgsketten dargestellt.

Im Laufe von 29½ Tagen zeigt uns der Mond nach und nach alle seine Lichtgestalten. Wir trennen diese seine Phasen! Erscheint der Begleiter der Erde in Sichelform, und zwar in der Gestalt der oberen Schleife des großen Buchstabens Z[2], dann haben wir erstes Viertel. Ist seine Scheibe voll erleuchtet, dann nennen wir dies Vollmond. Zeigt er sich uns abermals in der Sichelform, und hat diese die Gestalt der äußeren Schleife des großen Buchstaben A[2], dann haben wir letztes Viertel.

[2] Gemeint ist die Form der Großbuchstaben A und Z in Kurrent- bzw. Sütterlinschrift. Anm. zur Transkription.

Als Neumond sehen wir den Trabanten gar nicht! Die Reihenfolge der Mondphasen ist also die, daß stets auf den Neumond das erste Viertel, auf dieses der Vollmond, auf ihn das letzte Viertel und auf dieses wiederum der Neumond folgt. Jede Phase umfaßt etwa sieben irdische Tage.

Wenn der Mond als schmale Sichel im ersten Viertel am westlichen Horizonte hängt, dann können wir mit bloßem Auge schon gewahren, daß der übrige, von der Sonne nicht erleuchtete Teil seiner Scheibe in einen merkwürdigen Schimmer getaucht ist.

Wir nennen diesen Schein »Phosphoreszenz« und hörten von ihm schon früher bei der Besprechung des Planeten Venus. Dieser phosphoreszierende Schimmer heißt hier das »sekundäre Mondlicht«!

Ein im astronomischen Sehen geübtes Auge wird sehr bald erkennen, daß dieses »sekundäre« Licht des Mondes eine ganz verschiedene Färbung zeigt.