An diesem Grabe steigt immer, wie ein hoher Schein, vor meiner Seele eine Stunde auf, die im physikalischen Kabinett des Glatzer Gymnasiums einst verfloß. Dort sagte mir mein Lehrer: »Die vornehmste Aufgabe des Naturforschers, – vielleicht wirst auch Du einmal ein solcher, – ist die, der Menschheit das zu geben, was Du in der Natur als richtig erkannt hast! Wer die Schönheiten der Natur dem Volke so mitteilt, wie er sie in seiner Seele empfindet, der steht auf einer ebenso hohen Kanzel als der Priester!« –
Diese Worte meines Lehrers sind in jener Stunde mit unvergänglichen Lettern in meine Seele geschrieben worden, und ich werde nicht müde werden, – da mich die Vorsehung an den rechten Platz gestellt hat, – den Lesern meiner Schriften, vor allem aber der Jugend das mit Freude und Begeisterung mitzuteilen, was ich in meiner Seele draußen im unergründlichen All und in seiner erhabenen Schönheit empfinde.
Als darum der Verlag an mich die Aufforderung richtete, ein Büchlein über den »Sternenhimmel für die Jugend«, – die begeisterungsfähige, – zu schreiben, da habe ich mit Freuden zugesagt – und auf jeder Seite des Buches mich bemüht, nur das Schöne und das Unendliche, das die »Welt der Gestirne« umgibt, in den Vordergrund treten zu lassen!
Ich wäre glücklich, würden alle Leser mit dem Inhalt dieses Büchleins zufrieden sein, würden sie durch dasselbe die Anregungen erhalten, die ich ihnen so gern geben möchte!
Das »Licht der Sterne«, das vom Himmel herab in die Nacht der menschlichen Sorgen und Kümmernisse fällt, es erzählt uns so viel, – unendlich viel mehr, als ich hier sagen durfte. Es erzählt uns von der Ewigkeit, die das Gewand der Gottheit ist, und von den unermeßlichen Räumen, in denen die Sterne schweben, – die heiligen Leuchten im Hause des gütigen Schöpfers!
»Brüder, über'm Sternenzelt
muß ein ein guter Vater wohnen!« –
Nichts in der Natur vermag den Menschen, der Gott nicht sehen kann und will, von dessen Dasein so zu überzeugen, als der mit Sternen besäte Himmel. An diesen Lichtern, die auf dem Pfade zur Ewigkeit stehen, schleicht der menschliche Geist mit seinen Zweifeln entlang, bis er an die Stelle kommt, wo sein Zweifeln und sein Grübeln zerrinnt, wo er sich sagen muß: »Entweder ist alles, was mir das Licht der Sterne offenbart, Unsinn, oder es muß ein höheres Wesen, – ein Gott, – da sein, der alle die Wunder und Rätsel schuf, die dem Himmelsforscher auf jeden Schritt in jenen Tiefen und Räumen begegnen!« –
Die Sterne am Himmel, sie sind die großen Zeiger, die uns den Weg zu Gott, – dem Schöpfer des Firmamentes, weisen!
Alt-Batzdorf (in der Grafschaft Glatz),
den 25. Februar 1914.
Felix Erber.