Das Spektroskop sagt uns, daß die Atmosphäre, in die der Planet sich einhüllt, tief und dicht ist. Die Strahlen der Sonne vermögen also nicht allzuweit in sie einzudringen. Das Spektroskop verrät uns ferner noch, daß der Jupiter wahrscheinlich noch nicht völlig erkaltet ist, sondern sicher noch etwas Eigenlicht ausstrahlt. Er würde demnach für die »Welt seiner Monde« eine kleine Sonne sein! –

Nach allem, was die moderne Wissenschaft heute von diesem Planeten weiß, ist er eine im »Erlöschen begriffene Sonne«. Er befindet sich also in einem Zustande, der aus der Glut in die Erkaltung übergehen will! In der Lufthülle des »Riesen unter den Planeten« erschien in den Jahren 1872–1880 ein rotbrauner Flecken, den man auch den »roten Flecken« genannt hat. Er machte die Umdrehung des Planeten um seine Achse mit, verblaßte aber langsam und heute ist von ihm nicht mehr viel zu sehen.

Zur Erklärung dieses eigenartigen Gebildes sind eine Reihe von Deutungen gegeben worden. Die wahrscheinlichste ist die, daß es sich hier um einen gewaltigen vulkanischen Ausbruch auf der im Erstarren begriffenen Oberfläche des Jupiter handelt. Die dünne Oberflächenkruste brach ein, und es trat ein feuriger Bergrücken zutage, der seinen Lichtschein und seine glühende Asche hoch hinauf in die Luftschichten warf, die den Planeten umgeben. Jupiter hat neun Monde!

Die ersten vier entdeckte der alte Galilei zu Pisa um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Er gab ihnen den Namen »Mediceische Sterne«. Die anderen Monde des Planeten wurden später entdeckt, zwei von ihnen sogar erst in allerjüngster Zeit. Ein Mond des Jupiter ist fast so groß wie der Mars. Man nimmt an, daß dieser Trabant eine Lufthülle, Wasser und Festlande besitzt. Die Schar der Jupitermonde erzeugt naturgemäß zahlreiche Sonnen- und Mondfinsternisse auf der Jupiterkugel, und diese Finsternisse haben dem dänischen Astronomen Olaf Römer Anlaß zu der Berechnung gegeben, daß der Lichtstrahl in der Sekunde 300 000 Kilometer Weges zurücklegt.

Der neunte Mond des Jupiter ist rückläufig, das heißt, er dreht sich von links nach rechts um den Planeten. Man nimmt deshalb an, daß er nicht von vornherein zum Reiche des Jupiter gehörte, sondern von dem Planeten eingefangen und gezwungen wurde, als Mond um ihn zu kreisen. Es handelt sich bei diesem Monde vermutlich um einen kleinen Planeten oder Asteroiden.

Der Saturn.

Durch Jahrtausende hindurch galt dieser Planet als der »Grenzwächter unseres Sonnenreiches«! Er war also der äußerste Planet, der um unser Zentralgestirn kreiste. Der Saturn ist 200 Millionen Meilen von der Sonne entfernt und umwandert sie einmal in 30 Jahren. An seinen beiden Polen ist auch er stark abgeplattet und auch bei ihm rührt die starke Abplattung von der schnellen Achsendrehung her. Diese dauert zehn Stunden. Solange also währt ein Tag auf jener Welt!

Das Licht des Planeten ist bleifarben, und der Durchmesser der Saturnkugel beträgt etwa 130 000 Kilometer. Er ist demnach zehnmal größer, als der irdische.

Der Saturn gehört zu den interessantesten und rätselhaftesten Körpern in unserem Sonnenreiche, und zwar wegen seines höchst merkwürdigen Ringsystems!