Wenn nun ein solcher Nebelballen in die Nähe eines Sonnenreiches kommt, dann wird er von dessen Zentralkörper, – also dessen Sonne, – angezogen. Auch die unserige zieht ihn an, wenn er in die Nähe ihres Reiches kommt. Der Nebelballen eilt nun auf die Sonne zu und in diesem Hineilen unterliegt er einer Reihe von Veränderungen, und zwar hinsichtlich seiner Gestalt und seines Aussehens! –

In einer gewissen Entfernung von der Sonne nämlich beginnt der Nebelballen, – der Komet, – einen Schweif zu bilden. Mit diesem geschmückt, eilt er an der Sonne vorüber, verliert dann aber allmählich den Schweif und wird endlich wieder ganz unsichtbar.

Ist der Komet nun etwa verloren gegangen oder verschollen? Nein! – Er wanderte nur nach dem Punkte hin, wo er der Sonne am fernsten steht. Der Astronom nennt diesen Punkt das Aphel! In jenem sonnenfernsten Punkte indes können wir den Kometen weder im Fernrohre noch mit der Camera entdecken. Vom sonnenfernsten Punkte, – dem Aphel, – aus kehrt er nach Ablauf einer bestimmten Zeit wieder in den Punkt zurück, wo er der Sonne am nächsten steht. Wir nennen diesen Ort das Perihel. Dann erst sehen wir ihn wieder, und zwar mit dem bloßen Auge!

Nun gibt es aber Kometen, die uns niemals zu Gesicht kommen, sondern nur dem Teleskope vorbehalten sind. Diese nennt man deshalb »teleskopische Kometen«, und es werden jahraus jahrein eine Anzahl von ihnen entweder mit dem Teleskope oder in neuerer Zeit auch mit der photographischen Platte entdeckt.

Diejenigen Kometen, die aus dem sonnenfernsten Punkte – dem Aphel – immer wieder in den sonnennahesten Punkt – das Perihel – zurückkehren, nennen wir »periodische«. Sie sind Bürger unseres Sonnensystems. Zu ihnen gehören die größten und schönsten, die wir kennen, auch der große Halleysche, von dem später noch die Rede sein wird.

Jeder große Komet besteht aus drei ganz auffallenden Merkmalen, – nämlich aus einem Kopfe, einem Kerne und einem Schweife.

Der Kopf des Kometen ist der Nebelballen (die Urstoffwolke), die entweder aus dem sonnenfernsten Punkte kommt und auf das Tagesgestirn dann hineilt oder aus den Tiefen des Weltalls in unser Sonnenreich eindringt.

Ein solcher Kometenkopf kann einen Durchmesser von über einer Million Kilometer haben.

In seiner Mitte zeigt dieser Kometenkopf eine Verdichtung der Urstoffteilchen, aus denen er sich aufbaut. Diese Verdichtung hat ein sternartiges Aussehen und leuchtet hell. Wir nennen sie den Kern des Kometen!