Es sind starke elektrische Entladungen, welche diese Veränderungen in den Schweifen der Kometen hervorrufen. Sie helfen aber andererseits auch den Kometen erleuchten. Ein Schweifstern strahlt also im eigenen Lichte; dann aber auch noch im Lichte der Sonne, deren Strahlen sich an den Teilchen aus Urstoff brechen, aus denen, – wir hörten es schon mehrfach, – der Komet besteht.
Aus dem Wenigen ersehen wir klar und deutlich, daß die Schweifsterne ungemein zart, groß, aber auch interessant und noch recht rätselhaft sind!
Zu den schönsten Kometen, die im Laufe der letzten Jahrhunderte am Himmel erschienen, gehören die der Jahre 1680, 1744, 1843, 1858 und 1861.
Zu den berühmten Schweifsternen der letzten Jahrhunderte zählt man die Kometen der Jahre 1680, 1811 und 1910 (der große Halleysche).
Im Januar des Jahres 1910 erschien ganz plötzlich an unserem westlichen Firmamente ein Schweifstern, der nur kurze Zeit sichtbar blieb. Man hat ihn den »Johannisburger Kometen« genannt, weil er auf der südafrikanischen Sternwarte zu Johannisburg zuerst gesehen worden war. Der Schweifstern gehört nicht zu den Kometen, die Bürger unseres Sonnensystems sind, also immer aus dem Aphel in das Perihel zurückkehren, sondern er kam aus den Tiefen des Weltalls und kehrte in dasselbe wieder zurück, nachdem er an unserer Sonne vorübergezogen war.
In dem gleichen Jahre erschien noch ein anderer Komet, der, – wie schon gesagt wurde, – eine historische (geschichtliche) Berühmtheit erlangt hat.
Es ist der große Halleysche Komet. Er wurde nach dem Berechner seiner Bahn um die Sonne herum, – nämlich nach Edmund Halley, – benannt. Dieser Schweifstern soll auch der Stern gewesen sein, der nach der Bibel die Weisen aus dem Morgenlande zur Krippe Christi geführt hat. Immer nach 75 Jahren kehrt er in den Punkt zurück, wo er der Sonne am nächsten steht und dann auch für unser Auge sichtbar wird.
Im Jahre 1985/1986 werden wir ihn wieder am Firmamente sehen.
Die Bahnen der Kometen sind Ellipsen, das heißt, sie haben die Form des Eies; aber diese Ellipsen sind oft so groß, daß sie weit hinaus in die fernen Sternenräume reichen. Man neigt heute immer mehr der Ansicht zu, daß auch die nichtperiodischen Kometen, also die »Kometenfremdlinge«, zu denen ja der Johannisburger Komet gehörte, auf solchen gewaltig großen, elliptischen Bahnen dahinlaufen. Wir sehen immer nur das Stück der Kometenbahn, das in der Nähe unserer Sonne liegt. Dies aber sieht aus wie ein Hufeisen. Man nennt eine solche hufeisenförmige Bahn eine Parabel! –
Wir haben gehört, daß ein Kometenkern von den Strahlen der Sonne langsam aufgelöst wird; indes nicht bloß der Kern, sondern der ganze Komet verflüchtigt sich nach und nach. Nun kommen aber gerade die Kometen von allen Körpern, die wir in unserem Sonnenreiche kennen, dem Tagesgestirne am nächsten, oft bis auf wenige tausend Kilometer.