Es gibt Sterne am Himmel, die hunderte, ja tausende von Lichtjahren von uns entfernt sind! –
Wo aber sind die Grenzen der Sternenwelt? –
Die moderne Himmelsforschung sagt uns, daß die Milchstraße aller Wahrscheinlichkeit nach die Grenze ist, die die für uns sichtbare Welt abschließt. Die äußeren Sterne der Milchstraße, – so hat man in der Rechnung gefunden, – sollen 7000–12 000 Lichtjahre von uns entfernt sein. 12 000 Jahre muß der schnellflüssige Bote »Licht« ununterbrochen also eilen, will er uns von dorther eine Kunde bringen!
Ob aber die Grenzen der Welt dort wirklich sind? Die einen nehmen es an, die anderen verneinen es. Sie sagen, daß jenseits dieser Grenzpfähle noch zahllose Sterne sich befinden können, die wir nur deshalb nicht mehr gewahren, weil Fernrohr und photographische Platte zu schwach sind, um sie uns zu zeigen.
Eins aber steht, – mögen die Grenzen der Welt dort liegen oder nicht, – fest, daß alles menschliche Maß und alle menschliche Größe vor diesen Maßen und vor diesen Größen am Firmamente verschwindet! Die Maße und die Größen, die in den Räumen der Sternenwelten herrschen, sie lehren uns, wie klein die Erde und wie klein unser großes Sonnenreich ist. Sie zeigen uns die Allgewalt dessen, der Raum und Zeit, solche Maße und solche Größen einst ins Dasein rief! –
Diese fabelhaften Größen und Entfernungen in den Weltallsräumen lehren uns, daß wir bescheiden und demütig sein sollen!
Das Licht aller Sterne, die wir am Himmel erkennen können, es flutet durch den Raum und nimmt im Lichtbilde alle Ereignisse mit hinaus, die sich auf der Oberfläche dieser Sterne abspielen.
Sehen wir zur erleuchteten Scheibe des Vollmondes empor, dann erblicken wir dunkle Flecken, Krater und Gebirge auf ihr. Sie bilden das »Mondgesicht«, das nur im Lichte des Mondes sichtbar wird!
So senden auch die übrigen Gestirne im Lichte ihr Bild hinaus in den Raum und aus allen diesen Lichtbildern, – goldenen Lettern im großen Buche der Ewigkeit, – setzt sich die gesamte »Geschichte der Gestirne« zusammen. Diese Geschichte ist aber die der ganzen Welt! – Wie wunderbar ist doch diese Erkenntnis, daß alles, was in der »Welt des Großen« und in der »Welt des Kleinen«, – auf unserer Erde nämlich, – sich ereignet, im Lichte zusammenfließt, daß auch die Sterne am Himmel durch das Licht miteinander so verbunden werden, – wie wir Menschen mit unseren Eltern, Geschwistern und Mitmenschen durch die Kraft des Geistes verbunden sind, der uns denken und handeln läßt.