Der »große Bär« steht rechts vom Polarsterne und sein Schwanz hängt nach unten zur Erde nieder. Gegen Morgen erblicken wir das Bild über dem Himmelspole. Es ist also im Laufe der Nacht ein großes Stück nach oben gerückt, und am kommenden Abend um zehn Uhr wird es wieder an der alten Stelle zu finden sein.

Dem »großen Bären« gegenüber liegt das Bild der »Cassiopeja«, das, – wie schon bemerkt wurde, – die Form eines großen lateinischen W hat. Links vom »großen Bären« finden wir die »Jagdhunde« und unterhalb beider Gestirne den »großen Löwen«. Rechts von diesem wieder sind der »Krebs«, die »Zwillinge«, die »Wasserschlange« und der »kleine Hund«; links vom »großen Löwen« aber der »Bootes«, die »nördliche Krone«, die »Schlange«, die »Wage« und die »Jungfrau«.

Der hellste Stern im Bilde des »großen Löwen« heißt Regulus. Den beiden hellen Sternen in den »Zwillingen« hat man den Namen Castor und Pollux gegeben.

Der hellste Stern im »Bootes« wird Arktur genannt. Von ihm hörten wir früher bereits!

Der hellste Stern in der »nördlichen Krone« heißt Gemma und der in der »Jungfrau« Spica.

Im Südosten sehen wir an unserem Winterhimmel noch ein sehr schönes, großes Sternbild. Es sieht aus, wie ein auseinandergezogenes Trapez und heißt »Orion«. In seiner Mitte können wir drei helle Sterne dicht nebeneinander gewahren. Sie bilden den »Jakobstab« oder den »Gürtel des Orion«. Mit dem bloßen Auge noch erkennen wir unterhalb des Jakobstabes eine mattschimmernde Stelle. Es ist die des großen Orionnebels!

Die hellsten Sterne im »Orion« heißen Beteigeuze, – an der linken, oberen Ecke des langgestreckten Trapezes, – dann Bellatrix, – an der rechten oberen, – und Rigel, – an der rechten unteren Trapezecke. In der Umgebung des »Orion« finden wir das Sternbild des »Perseus« mit dem hellen Sterne Algol, dann das des »Stieres« mit den Hyaden und den Plejaden, – zwei sehr schönen Sternengruppen, die wir später noch näher kennen lernen werden, – weiter das des »Widders«, des »Walfisches«, des »Eridanus« und des »Hasen«. Links vom Sternbilde des »Orion« haben wir den »großen Hund« mit dem im Demantlichte funkelnden Sirius, – der schönsten und hellsten Sonne an unserem Winterhimmel! Die Siriussonne war der Stern des Gottes Isis-Sothis, der im alten Pharaonenlande Egypten eine hohe Verehrung genoß und dem zahlreiche Tempel geweiht waren.

Man findet sich am gestirnten Himmel sehr bald zurecht, wenn man, – mit Hilfe einer Sternkarte, – die Sternbilder aufsucht. Am besten wählt man als Ausgangspunkt das Bild des »großen Bären« und hält dann nach jedem weiteren Sternbilde in der Richtung nach Norden, Osten, Süden und Westen hin Ausschau.