Ganz anders gefärbt würde das Erdreich aussehen, ganz anders der Spiegel des Meeres, ganz anders der Pflanzenteppich und der Wald. Am Mittag ginge diese bunte Sonne in Westen schon unter, und eine andere stiege im Osten auf, um über die Stunden des Nachmittags zu gebieten.

Wieder würde alles in die Lichtfülle dieser anderen, bunten Sonne getaucht sein.

Die Pracht und Schönheit, die diese beiden, bunten Sonnen in der Landschaft jenes Planeten hervorriefen, wäre unbeschreiblich; aber eins stünde fest, wir würden diese Lichtfülle, diesen Wechsel des Lichtes, diese zweischattigen Tage und den höchst eigenartigen Zauber einer auf einen solchen Tag folgenden Mondnacht nicht mit unsern irdischen Augen zu ertragen vermögen. Unser ganzer Organismus würde sich gegen den Einfluß solchen Sonnenlichtes sträuben!

Wir würden zugrunde gehen! –

Wenn der Schöpfer in das Reich solcher buntfarbigen Sonnen Lebewesen gesetzt hat, damit sie unter dem Einflusse dieses Lichtes dort gedeihen, dann müssen diese Lebewesen ganz anders aussehen und ganz anders geartet sein, als wir Menschen, als unsere Tiere und Pflanzen es sind.

Unmöglich wäre es nicht, daß sich im Reiche solcher Sonnen das Leben entfaltet hat, denn wir sehen ja auf unserer Erde schon, daß es unter Bedingungen gedeiht, die uns manchmal mit Staunen erfüllen. Der Schöpfer hat viele Möglichkeiten, um seine Absichten geltend zu machen. Infolgedessen können auch dort Wesen wohnen. Nur wissen wir es nicht und können uns auch keine Vorstellung davon machen, wie sie beschaffen sein müssen, um leben zu können!

Die beiden Sterne, – nämlich der Hauptstern und der Begleiter, – eines Paares stehen oft so eng beieinander, daß wir sie mit den größten und schärfsten Teleskopen nicht zu trennen vermögen. In diesem Falle müssen wir das Spektroskop zu Hilfe rufen. Das sagt uns, daß es sich hier um Doppelsterne handelt. Wir nennen solche Doppelsterne, die nur das Spektroskop in zwei einzelne Sterne aufzulösen vermag, »spektroskopische«.

Spektroskopische Doppelsterne finden wir im Bilde der »Jungfrau«, des »Stieres«, des »Fuhrmanns« und des »Perseus«.

Auf dem sehr interessanten Gebiete der modernen Doppelsternforschung haben sich besonders die Astronomen Struve in Dorpat (Rußland), Vogel in Potsdam und in jüngster Zeit der Amerikaner Burnham, – ein ehemaliger Zeitungsredakteur, – rühmlichst hervorgetan.

Gerade Burnham war es, der, – vermöge seiner vorzüglichen Augen, – im Fernrohre noch eine ganze Anzahl von Sternen in Doppelsterne auflöste, die andere Beobachter als solche nicht mehr erkennen konnten.