Von den stark zerstreuten, also den unregelmäßigen Sternhaufen unterscheiden sich scharf die regelmäßigen oder kugelförmigen. Zu ihnen gehört der im Bilde des »Centauren« am südlichen Himmel. Als nähere Bezeichnung haben ihm die Astronomen den griechischen Buchstaben Omega beigegeben.

Man hat diesen Sternhaufen wiederholt nach einzelnen Sternen in ihm abgezählt und gefunden, daß er über 6000 Einzelsonnen enthält. Im Fernrohre erscheint er in schöner Kugelform, und es sieht aus, als hätte man Nadeln mit goldenen oder silbernen Köpfen eng nebeneinander in ein rundes, schwarzsammtenes Kissen gesteckt. Dem bloßen Auge erscheint die Gruppe als ein mattleuchtendes, verwaschenes Gebilde.

Zwischen den beiden hellen Sternen Etha und Zetha im Bilde des »Herkules« haben wir einen anderen Sternhaufen von runder Form. Auch er ist mehrfach nach einzelnen Sternen abgesucht worden, und man hat gleichfalls über 6000 Einzelsonnen in ihm gefunden.

Sternhaufen haben wir fast in allen Sternbildern, die wir an unserem Himmel kennen, und die meisten von diesen Gruppen sind photographisch aufgenommen worden.

Bei den kugelförmigen Sternhaufen können wir sowohl im Fernrohre, als auch auf den Photographien deutlich erkennen, daß sie am Rande mattschimmernd und verwaschen aussehen, nach der Mitte hin aber an Helligkeit zunehmen. Auch finden sich in den Sternhaufen sehr viele »veränderliche Sterne«, also solche, die einem Lichtwechsel unterworfen sind.

Manche Sternhaufen sehen im Fernrohre nicht größer aus, wie eine Glaskugel, die die Kinder zum Spielen benützen; aber die einzelnen Sonnen in diesen Gruppen stehen in Wirklichkeit doch viele Tausend und Millionen Kilometer von einander entfernt.

Auch unsere Sonne steht inmitten eines solchen Sternhaufens, den wir unseren »Sonnensternhaufen« nennen. Dieser liegt in der Nähe des sogenannten Wirbelpunktes der Milchstraße, nicht weit vom Sternbilde des »Schwanes«.

Noch eins fällt uns bei der genauen Betrachtung der Sterngruppen in die Augen, nämlich, daß sie ungleich über den Himmelsraum verteilt sind, und zwar in der Weise, daß wir überall da, wo viele Nebel sich befinden, wenige oder gar keine Sternhaufen haben, und überall dort, wo sich keine Nebel zeigen, viele Sterngruppen antreffen.

Ganz besonders zahlreich stehen sie in der Nähe der Milchstraße am südlichen Himmel.